Junger Wald / Kulturen
Allgemeines
Die natürliche Verjüngung des Waldes ist kein Selbstläufer. Im Weingartner Gemeindewald, insbesondere im Niederwald, gefährden Lichtmangel, Fressfeinde und invasive Arten wie die Kermesbeere das Überleben junger Keimlinge. Um den Wald langfristig widerstandsfähiger zu machen, ergänzen wir die Naturverjüngung durch die Pflanzung standortgerechter Baumarten.
Die Gefahr durch Wildverbiss und Fegen
Junge Bäume sind eine begehrte Nahrungsquelle. Wildverbiss (das Abknabbern der Knospen) und das Fegen (das Abschaben der Geweihhaut an der Rinde) durch Rehböcke können junge Bestände massiv schwächen oder gar vernichten. Um der nächsten Waldgeneration ein ungestörtes Wachstum zu ermöglichen, ist ein gezielter Schutz unerlässlich.
Nachhaltiger Einzelschutz: Plastikfrei in die Zukunft
Der Forst der Gemeinde Weingarten setzt verstärkt auf ökologische Alternativen:
Biologisch abbaubare Wuchshüllen: Um Plastikmüll zu vermeiden, testen wir derzeit vier verschiedene biologisch abbaubare Modelle. Diese sind zwar teurer in der Anschaffung, sparen aber langfristig Arbeitszeit, da der Abbau entfällt.
Pilotprojekt: Am Trimm-Dich-Pfad können Sie diese vier Varianten im direkten Vergleich an jungen Eichen besichtigen.
Naturnaher Flächenschutz: Das Hordengatter
Statt klassischer Metallzäune erprobt die Gemeinde naturnahe Schutzformen aus Holz. Unsere Forstwirte fertigen an Regentagen sogenannte Hordengatter in Eigenarbeit an. Diese Holzlatten-Konstruktionen schützen die Flächen wirksam vor Rehwild, fügen sich harmonisch in das Waldbild ein und unterstreichen unseren Weg einer nachhaltigen Waldentwicklung.
Hier noch einige Bilder zu Naturverjüngungsflächen



Freude bei der Arbeit
Richtig Freude macht die Arbeit in unseren Bergwäldern. Hier sehen Sie Bilder von Buchennaturverjüngungsflächen im Waldersteig und Katzenberg. Hier schenkt uns die Natur durch Massen an Samen(Bucheckern) die jungen Bäume. Wichtig ist der richtige Zeitpunkt um die darüber stehenden Bäume zu fällen. Es gibt mehrere Möglichkeiten wann die Forstmitarbeiter sich für die Fällung der Bäume die über der neuen Waldgeneration stehen entscheiden. Zum einen das Alter, sind die Bäume Hiebsreif, bei Buchen im Durchschnitt 120 Jahre erfolgt der Holzeinschlag. Oder sind die Bäume noch nicht so alt aber haben keine Qualitätserwartung mehr. Das heißt die Bäume haben keine schönen Stämme (astig, krumm) und geben "nur" besseres Brennholz oder die Bäume sind schon über 90 Jahre alt haben aber eine sehr kleine Baumkrone (Motor des Baumes) dann kann auch nicht mehr mit viel Zuwachs (Baumdicke) gerechnet werden. Die Buchen sind im übrigen sehr schattenertragend, brauchen aber denoch nach einigen Jahren Licht um richtig nach oben zu wachsen. Bei der Fällung darf natürlich die Baumkrone nicht in die jungen Bäume fallen sonst bleibt da nicht viel übrig. Der mit der Fällung beauftragte Forstwirt fällt den Baum wenn möglich Richtung Waldweg/Maschinenweg oder es wird eine Stelle mit wenig Verjüngung herausgesucht auf die dann mehrere Baumkronen geworfen werden um damit den Schaden so gering wie möglich zu halten. Einfach ist das nicht, aber dafür haben wir ja auch gut ausgebildete Forstwirte.




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