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Gemeinde Weingarten (Baden)

100 Jahre Baugenossenschaft Weingarten - Festakt zum Geburtstag

Artikel vom 31.10.2019
 

„Mehr als nur ein Dach über dem Kopf“ will die Baugenossenschaft den Menschen in Weingarten auch in Zukunft bieten. Wie die Genossenschaft diesen Anspruch seit mittlerweile 100 Jahren verwirklicht, spiegelten die anerkennenden Worte der Gastredner auf dem Festakt. Insbesondere die Direktorin des Verbands baden-württembergischer Wohnungs- und Immobilienunternehmen, Iris Beuerle, ging stark auf das Ehrenamt ein. Die Selbstverwaltung, Selbstverantwortung und Selbsthilfe durch ehrenamtliche Vorstände ermögliche Mieten, die um rund zwei Euro pro Quadratmeter unter dem Mietpreisspiegel lägen. Erwirtschaftete Gewinne werden reinvestiert. Wo Kommunen Grundstücke zu Höchstpreisen verkaufen, kämen Investoren, die diese Preise an Mieter weitergäben, der soziale Wohnungsbau bleibe auf der Strecke. Diese Lücke füllten die Baugenossenschaften. „Respekt vor den Weingärtnern, die als kleine Genossenschaft große Leistungen vollbring“, sagte sie am Ende ihrer Ansprache. Zu Beginn warf der Gastgeber, Klaus-Dieter Scholz, selbst einen analytischen Blick auf den Standpunkt des Jubilars in seiner Gemeinde. Auch an Weingarten sei der tiefgreifende gesellschaftliche und gesellschaftspolitische Wandel nicht vorbeigegangen. Im Wohnungsbau lähme eine Bürde von Verfahren und Vorschriften nicht nur den zügigen Fortschritt dringend benötigten Wohnraums, sondern verteuere ihn obendrein. Dem setze die Baugenossenschaft durch die Schaffung von bezahlbaren Wohnraum ein klares Zeichen dagegen. Ihre heutige Stellung verdanke sie einer Vielzahl engagierter und ehrenamtlicher Vorstände und Aufsichtsräte in der Vergangenheit. Ihnen gebühre Respekt und Dank. Die nächsten Redner, die Moderator Harald Schwiers mit launigen und gekonnten Worten ankündigte, waren Landrat Christoph Schnaudigel und Bürgermeister Eric Bänziger. Schnaudigel sprach auch in seiner Eigenschaft als Regionalverbandsvorsitzender das Thema „Innenverdichtung“ an. Zahlenmäßig sei auf diesem Sektor noch vieles möglich, die planerischen Voraussetzungen seien gegeben. Aber jeder sage, „nicht in meiner Nachbarschaft“, was zeitraubende Rechtsstreitigkeiten verursache. Die Baugenossenschaft stelle sich dieser Aufgabe mit Erfolg. Der Landkreis werde keine eigene Baugesellschaft gründen. Das bleibe eine kommunale Aufgabe. Bänziger bescheinigte der Baugenossenschaft Aufgeschlossenheit gegenüber heutigen Bedürfnissen und den Zeichen der Zeit. Sie baue jetzt nach oben, Stichwort Dachgeschoss. Ihre Neubauprojekte gäben dem Handwerk Impulse und sie pflege seit jeher eine starke Verbundenheit mit der Gemeinde. Das Neubauprojekt zeige hervorragend die Nachhaltigkeit solidarischen Wirtschaftens. Er wünsche der Baugenossenschaft „alles Gute zum Wohl der uns anvertrauten Menschen“. Die musikalische Unterhaltung vor Beginn und nach Ende des offiziellen Teils lag in den kundigen Händen des Jazzpianisten Roman Schuler. Mit der Überreichung einer Urkunde sowie eines großen Schildes für die Hauswand ging der offizielle Teil des Abends zu Ende und die Gäste widmeten sich einem feinen Buffet und persönlichen Gesprächen.

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