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Gemeinde Weingarten (Baden)

Schmetterlingsaktion im Kindergarten

Artikel vom 13.07.2021

Was hat ein Huhn mit einem Schmetterling zu tun? Eine Sache auf jeden Fall: Beide legen Eier.

Die Raupe Nimmersatt war geschlüpft
Sechs Vorschulkinder des Kindergartens St. Michael wussten das auf Anhieb, denn sie waren Teilnehmer des Schmetterling-Projekts der Weingartner Arbeitsgemeinschaft Natur- und Umweltschutz (Agnus-Jugend). Wochen zuvor hatte die Agnus-Jugend dem Kindergarten bereits geschlüpfte Schmetterlingsraupen in einem Behälter übergeben, die sie – vielleicht nach dem Vorbild der Raupe Nimmersatt? – füttern konnten, um dann abzuwarten, was passiert. An diesem Tag waren die Kinder mit ihren Erzieherinnen zum Gelände am Weingartner Wartturm gekommen, um Sonja Güntner über ihr Projekt zu berichten.

 

Gemeinderätin Sonja Güntner ist jetzt auch Waldpädagogin
In der Tat kam der Kinderbuchklassiker von Eric Carle auch an diesem Vormittag zum Einsatz. „Haben Eure Raupen das alles gefressen?“ fragte Sonja Güntner scherzhaft. Natürlich nicht. Die Kinder wussten genau, was Raupen fressen, nämlich weder Kuchen noch Süßigkeiten, sondern nur grüne Blätter und nichts anderes hatten sie ihnen gegeben. Und die Raupen wurden größer und eines Tages war es soweit: sie verpuppten sich. Dann hieß es warten. Und das Experiment funktionierte tatsächlich. Die Metamorphose vollzog sich – zum großen Leidwesen der Kinder über Nacht und damit für sie unsichtbar – und am anderen Tag waren mehrere Schmetterlinge vorhanden, die alsbald in die Freiheit entlassen wurden. Auf diese praktische Erfahrung ließ Güntner ein wenig Theorie folgen über Nahrung, Tarnung und Vermehrung von Schmetterlingen, ihre Arten und darüber, dass sie immer seltener werden.

 

Themen aus Natur und Umwelt
Seit vielen Jahren bietet die AgNus, teilweise in festen Jugendgruppen, teilweise als Angebote für Vorschulkinder und Grundschüler, allerlei interessante Themen aus den verschiedensten Bereichen der Natur an, berichtete die Vorsitzende Loubna Oberwinkler. „Denn nur was man kennt, kann man schützen“. Vor dem aktuellen Hintergrund des Insektensterbens sei es unbedingt notwendig, die Kinder auch für die Spezies Insekten zu sensibilisieren und den Kindern bewusst zu machen, welchen großen Nutzen diese Tiere im Naturhaushalt haben, erklärte sie. Auf kindgerechte Art mit vielen Bildern, Büchern, Spielen und Anschauungsmaterial versteht es Sonja Güntner, den Kindern das Leben dieser Tiere nahezubringen. In einer vorausgegangenen Aktion im April dieses Jahres hatten die Kinder eine Entdeckungsreise durch die Wiese gemacht und - nach dem Buch von Ulrich Kattmann, Elfen, Gaukler, Seiltänzer und Ritter – mit der Becherlupe Insekten und Spinnen gefangen, ihre Bewegungen betrachtet und

anschließend spielerisch nachvollzogen.  Jetzt endete der Tag mit einem Geschenk: Wie Schmetterlinge Nektar mit ihrem Rüssel saugen, durften das die Kinder mit überlangen Trinkhalmen, die sie ihnen mitgab, zu Hause ausprobieren: Denn „Lernen in der Natur ist, frei nach Pestalozzi, Lernen mit Kopf, Herz und Hand.“

 

Foto: 
Waldpädagogik zum Anfassen: Mit vielen Bildern, Spielen und Anschauungsmaterial sensibilisiert die Waldpädagogin Sonja Güntner Vorschulkinder, die Natur zu achten und zu schützen

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