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Wie kann ich frisches Gemüse richtig lagern oder bestmöglich verwerten?
Wie kann ich frisches Gemüse richtig lagern oder bestmöglich verwerten?
Ein Blick in die Vorratskammer
Der VHS-Kurs „Vom Acker in den Vorrat“ mit Kursleiterin Isabell Hauth war ein voller Erfolg. An einem informativen und kulinarisch ansprechenden Nachmittag hatten sich bei bestem Herbstwetter fünf Frauen und ein Mann zusammengefunden, um bei guter Stimmung und hoch motiviert etwas über die Haltbarmachung von frisch geerntetem Gemüse dazu zu lernen. Isabell Hauth ist Ökotrophologin und heute im Gärtnerteam der Solidarischen Landwirtschaft „Gutes Gemüse“ tätig sowie zuständig für die pädagogische Öffentlichkeitsarbeit. Das Ganze fand auf deren Acker an der Jöhlinger Straße statt.
Der Nachmittag begann mit einem Rundgang über den Acker. Die Kursteilnehmerinnen und -teilnehmer durften selbst ernten, was später gebraucht wurde. Die Karotten saßen sehr fest im Boden und mussten mit der Grabgabel gelockert werden. Es folgten rote und gelbe Bete, Kohlrabi, diverse Kräuterbüschel, einige Radieschen, mehrere rote Paprika, Selleriestengel, Fenchel und eine Stange Lauch.
Alles grüne Kraut muss weg
Am Arbeitstisch erklärte Isabell Hauth, der erste Schritt sei, alles grüne Kraut zu entfernen. Denn Kraut entziehe den Feldfrüchten Wasser und lasse sie schneller welken. So kam rasch ein großer Haufen grünes Kraut zusammen. Das wurde aber nicht etwa weggeworfen, sondern später gewaschen, sorgfältig kleingeschnitten und püriert. Zusammen mit Zwiebel, Knoblauch, geriebenem Parmesan und gerösteten Sonnenblumenkernen, Salz, Pfeffer, Zitronensaft und reichlich Olivenöl entstand ein köstliches Pesto, das in Schraubgläsern im Kühlschrank einige Wochen haltbar sei. Dann gings an die Praxis. In Zweiergruppen wurde geschnippelt, gemörsert, gemischt und püriert. Für ein Antipasti bildeten Paprika, Karotte, Zucchini und Aubergine die Basis, die im Ofen gebraten und wiederum mit Olivenöl bestrichen wurde. Für jede Gruppe hatte die Pädagogin zwei Rezepte vorbereitet, die vor Ort zubereitet wurden. Die Rezepte standen aber allen Teilnehmenden zur Verfügung und durften mit nach Hause genommen werden.
Sechs Rezepte wurden hergestellt
Eine frische Gemüsebrühe entstand aus vielerlei Gemüse und Gemüsereste, in einem Standmixer mit Salz und Olivenöl zu einer feinen Konsistenz gerührt. Fertig war die duftende Würzpaste, die im Schraubglas im Kühlschrank als Grundlage für eine Suppe dient. Ein Esslöffel Würzpaste ersetzt einen Teelöffel getrocknete Gemüsebrühe aus dem Laden. Es folgten noch ein Rote-Bete-Aufstrich, ein Kräutersalz und eine Kräuterbutter.
Fazit
Die erste Erkenntnis war: Nur die gänzlich ungenießbaren Teile werden nicht verwendet, sondern kommen auf den Kompost. Alles andere wird verwertet. Die zweite Erkenntnis: Ganz ohne fremde Zutaten wie Öl, Salz, Parmesankäse und anderes geht es nicht. Die dritte Erkenntnis: Es ging nicht um Vorrat für die Ewigkeit. Das ist nur durch Sterilisieren im Einkochtopf möglich. Hier waren Öl und Salz neben ihrer Eigenschaft als Geschmacksverstärker die Konservierungsmittel auf begrenzte Zeit.
Alle in der Gruppe hatten großen Spaß an dem kreativen Workshop. Am Ende des Tages stand noch eine gemeinsame Verkostung an und sechs Gläschen konnte jeder mit nach Hause nehmen. Die Teilnehmer bedankten sich herzlich bei Isabell für die kompetente und umsichtige Organisation sowie für die Zurverfügungstellung der ausgesprochen leckeren Rezepte.


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