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Zweiter Hofflohmarkt in Weingarten
156 Höfe öffneten die Tore
Flohmärkte finden viele Menschen einfach toll. Sie kommen mit und ohne Kaufabsicht, suchen „was Bestimmtes“ oder wollen „einfach mal gucken“, was die meisten tun. Und viele Weingartener können damit was anfangen und versuchen, was sich über Jahre und Jahrzehnte auf Dachböden und in Kellern angesammelt hat, loszuwerden. Besonders schön und auch einfach ist solch ein Flohmarkt auf dem eigenen Grundstück, dann braucht man keine Standgebühr zu bezahlen und kann die Sache jederzeit abbrechen, wenn es regnet.
Auch die zweite Auflage war ein toller Erfolg
156 Stände waren angemeldet, relativ gleichmäßig über den ganzen Ort verteilt. Gefühlt gab es keine Straße, in der kein Stand war. Die Organisatorin Claudia Rieger hatte im Vorfeld die Teilnehmer auf einer Google-Karte veröffentlicht mit Angabe der Adresse und des Angebots.
Altes und Exotisches
Joachim und Brigitte Walter präsentierten beispielsweise Wandteller. Die Teller zeigen alle dasselbe Motiv in Variationen, die berühmte „Weiße Dame“ von Persil. Jeder Teller sei ein zertifiziertes Unikat, erklärt Joachim Walter. Er sei beruflich lange Zeit im Lebensmittelhandel tätig gewesen und bei den Tellern handele es sich um Werbegeschenke der Firma Henkel. Die Teller hätten 40 Jahre lang im Schrank gelegen und seien darum völlig unversehrt. Ein Vater und sein 16-jähriger Sohn verkaufen StarWars-Spielzeug. Die Familie habe einige Zeit im asiatischen Raum gelebt und besitze deswegen Spielzeug aus Amerika und Taiwan, das in Deutschland nicht erhältlich sei, berichtet der Vater. Bedauerlicherweise habe er keine Kassetten mehr, denn Musik- und Hörspielkassetten seien wieder im Kommen, meint er. Es sei eine Wiederentdeckung der Entschleunigung und der „digitalen Entgiftung“. Elke Jäger-Biber aus Friedrichstal hat einen ganzen Stapel von CDs und Bücher für ihre Enkelkinder gefunden. „Wir sind große Fans von Petterson & Findus“, sagt sie strahlend und zeigt ihren Schatz. Sie liebe solche privaten Dorfflohmärkte. Sie seien viel persönlicher als kommerzielle. Man komme mit den Menschen ins Gespräch und finde viele tolle Sachen. Spiele aus den 70er Jahren beispielsweise. Konrad und Ingrid Schäfer bieten eine Unmenge von Plüschtieren an. „Meine Frau sammelt einfach gern“, lautet die Erklärung des Ehemanns. Darunter sind auch Diddl-Mäuse in verschiedenen Farben – die Kult-Maus mit den Riesenohren aus den 90er Jahren ist zurück und Ingrid Schäfer hat noch zahlreiche Exemplare davon.
Nützliches und Praktisches
Eine ganz pragmatische Sammlung hat Familie Reich, nämlich Kinderkleidung aus mehreren Generationen. „Die Klamotten wurden bei jedem neuen Kind weitergegeben“, erklärt Kerstin Reich. „Denn wenn man am Anfang alles neu kaufen muss, kostet das schon eine Stange Geld“. Aber jetzt sei das letzte Kind aus allem herausgewachsen. Der Stand ist einer von mehreren in unmittelbarer Nachbarschaft. „Wir kaufen uns alle gegenseitig etwas ab“, sagt sie lachend. Familie Kittel bietet ebenfalls Second Hand Dinge an und peppt den Stand mit frisch gebackenen Waffeln auf.
Eher Ausgefallenes findet sich bei Familie Essig. Im Nachlass einer aufgegebenen Gaststätte befinden sich noch volle Whiskyflaschen, Blechschilder mit Guinness-Aufdruck, Kneipengeschirr und mehr. Das Wetter ist wie gemacht für einen solchen Tag und die Neugierigen, Bummler, Späher und Käufer lassen nicht lange auf sich warten.



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