Neuigkeiten
Neubürgerführung durch die Gemeinde
Weingarten heißt seine Neubürger willkommen
Seit vielen Jahren ist es in Weingarten Tradition, die im Lauf des vergangenen Jahres zugezogenen Familien mit einer Führung durch den alten Ortskern zu begrüßen und sie mit einigen historischen Fakten bekannt zu machen.
370 Einladungen seien versandt worden, berichtete Pressesprecherin Gabi Dittert. Das entspreche den durchschnittlichen jährlichen Zuzugszahlen. 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmer hätten sich angemeldet.
Treffpunkt war im Grundschulhof. Bürgermeister Eric Bänziger begrüßte die Anwesenden und stellte ihnen die beiden ortskundigen Gruppenleiter vor. Die beiden Mitglieder des Bürger- und Heimatvereins, Sonja Güntner und Achim Schäfer, übernahmen jeweils eine Gruppe.
Mehrere Gewölbekeller
Die erste urkundliche Erwähnung Weingartens war 985. Mönche des Klosters Weißenburg hatten hier Wein gepflanzt und mit dem Wein war ein Grundstock gelegt, der Weingarten heute noch prägt. Über 60 Gewölbekeller weisen darauf hin. Im Laufe des Rundgangs wurden mehrere Gewölbekeller besichtigt, die allesamt von ihren neuen Besitzern sorgfältig restauriert und einer neuen Bestimmung zugeführt worden waren. Einige sind heute exklusive Räume der Gastronomie.
Die Gasthäuser
Damit war der Bogen zu den einst zahlreichen Gasthäusern geschlagen. Entlang der heutigen Bundesstraße nannte Schäfer auf rund 100 Metern sechs Gasthäuser, von denen drei noch heute existieren: „Zum Goldenen Löwen“, das „Walk’sche Haus“ und das „Gasthaus zur Krone“. Alle drei sind markante Fachwerkhäuser, die zusammen ein weiteres Zeugnis für einen „reichen Marktflecken“ ablegen. Der Standort heißt heute noch „Marktplatz“, denn früher fanden hier mehrere Märkte statt wie Topfmarkt, Schuhmarkt, Geflügelmarkt und mehr.
Blütezeit und Kriegszeit
Aber es gab auch andere Zeiten. Im Pfälzischen Erbfolgekrieg 1689 wurde Weingarten niedergebrannt und lediglich 28 Familien überlebten. „Aber wo keine Einwohner, da auch keine Steuerzahler“, erklärte Schäfer. Als der Großherzog hörte, dass die Schweiz zu viele Einwohner habe, lud er ein, nach Weingarten zu kommen und sie kamen. Sie brachten ihre Namen mit und bis zu Beginn des 19. Jahrhunderts war Weingarten wieder auf rund 2.000 Einwohner angewachsen. Darunter waren 120 Handwerkerfamilien. Nun brachte Schäfer das Bier ins Spiel. In einem Weinort? Passt das? Peter Förster habe in einem der Gasthäuser auf dem Grundstück des heutigen Evangelischen Gemeindehauses eine Brauerei betrieben und galt als größter Bierbrauer im Ort und darüber hinaus als der erste mit eigener Flaschenabfüllung in der ganzen Region. Peter Förster nutzte die Marktlücke, dass die Weingartener Bürger, vor allem die Handwerker, ihre Zünfte pflegten und damit ihre Stammtische, an denen sie Bier tranken. Der Wein wurde zu Hause getrunken. Außerdem hatte Weingarten einen Durchreiseverkehr und in der Krone eine Postkutschenstation. Darum kamen auch fremde Gäste, die keine Weintrinker waren, ins Dorf.
Die Kirchen
Die letzte Information galt den beiden Kirchen, die in unterschiedlichen Konfessionen dicht beieinander stehen. Auch eine jüdische Synagoge war einst vertreten, auf die noch eine Gedenktafel hinweist. An vielen Punkten illustrierte Schäfer seine Rede mit passenden Anekdoten, die das Ganze locker gestalteten. Sehr anschaulich waren seine mitgebrachten alten Fotos auf dem Tablet, mit deren Hilfe er den aktuellen Standort damals mit der heutigen Situation vergleichen konnte.
Ein Glas Wein gehört dazu
Der Abschluss dieses kurzweiligen Rundgangs fand in der Weinmanufaktur statt. Bürgermeister Eric Bänziger stieß wieder dazu und hieß die Neubürger mit einem Glas Sekt nochmals Willkommen. Den Ausschank übernahm Familie Gauss mit Unterstützung der Weinkönigin Alexa und Weinprinzessin Claudia Die Männergesangsgruppe „Men in Mood“ trugen ein paar Lieder zur Unterhaltung vor und präsentierten sich als bestes Beispiel für die lebendige Vereinskultur des heutigen Weingarten.




Durch das Laden der Inhalte erhebt Facebook personenbezogene Daten und verarbeitet diese. Mehr dazu in der Datenschutzerklärung.
Für diese Funktion müssen weitere Cookies akzeptiert werden