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Ein Blick in die Vergangenheit




Tag des offenen Denkmals
Rund 60 interessierte Personen waren der Einladung des Bürger- und Heimatvereins gefolgt, am Tag des offenen Denkmals das Innere des historischen Wasserhochbehälters am Turmberg zu besichtigen.
Zugang zum historischen Wasserhochbehälter
Der Tag des offenen Denkmals gilt als der Tag, an dem es möglich ist, Örtlichkeiten aus der Nähe zu besichtigen, die sonst nicht zugänglich sind.
Der Vorsitzende des Bürger- und Heimatvereins, Wolfgang Wehowsky, begrüßte die Anwesenden und dankte für ihr großes Interesse. Die zweite Vorsitzende Sonja Güntner übernahm die Führung. Noch im Vorfeld vor dem Zugang erklärte sie, unterstützt von historischen Fotografien durch Achim Schäfer, den historischen Werdegang.
Inbetriebnahme 1906
Bis zum Bau dieses Wasserhochbehälters verfügte Weingarten über keine Wasserleitung, die fließendes Wasser bis in die Häuser führte. Die einzige Möglichkeit war die Wasserentnahme aus dem Walzbach oder aus dem Brunnen im eigenen Garten, die teilweise noch aus dem Mittelalter stammten. Außerdem gab es zahlreiche öffentliche Brunnen im Ort. Allerdings entsprach dieses Trinkwasser nicht den heutigen Trinkwasserbestimmungen. Das Wasser war mit Salmonellen behaftet, denn die Gülle aus der damals noch üblichen Viehhaltung und die nicht geklärten Abwässer aus den Haushalten gelangten ins Grundwasser. Etliche Menschen starben an Typhus.
Mit der Verordnung, für sauberes Trinkwasser zu sorgen, änderte sich das. Weingarten baute den ersten Hochbehälter.
Das sicherste Wasser kam aus der Quelle
Das war eine in den Berg gehauene Wasserkammer mit einem Fassungsvermögen von rund 800 Kubikmeter. Der Zufluss kam von der Quelle hinter dem Gut Werrabronn, bis er eines Tages nicht mehr ausreichte. 1936 wurde ein Tiefbrunnen im Gewann Schmalenstein angeschlossen und 1957 zwei weitere. Mittlerweile war das Wasser aus der Werrabronnquelle mit Mangan aus der Grötzinger Mülldeponie belastet, berichtete Sonja Güntner. Damit wurde die Quelle Werrabonn stillgelegt.
Weitere Hochbehälter entstanden im Bereich Setz, im Sohl und im Sallenbusch. Ein Hochbhälter auf dem Eisberg soll 2027 erneuert werden und bereits 2023 wurde der neue Hochbehälter auf dem Katzenberg in Betrieb genommen.
Sodann stiegen die Besucher hintereinander die Treppe hinab, um einen Blick durch den Eingang ins Innere des Hochbehälters zu werfen. Zu sehen war eigentlich nichts. An der linken Seite wiesen einige kleine Tropfsteinsäulen auf eine Undichtigkeit an der Decke hin. Darum wird der Hochbehälter aktuell saniert und war nur ausnahmsweise zu besichtigen. Die Tafel an der Fassade war bereits im Jahr 2025 mit Hilfe der Stiftung für Förderung von Denkmal und Kultur der Sparkasse Karlsruhe durch einen Steinmetz saniert worden.

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