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Sommernachtskonzert und Weinwanderung
Musik & Wein 2026
Am Samstagabend Musik und Wein, am Sonntag Weinwanderung sowie musikalische Unterhaltung
Mit dieser Doppel-Veranstaltung servierte am letzten Wochenende der Weingartener Musikverein, seit er das Wandertagsformat übernommen hat, wieder zweimal Hochgenuss.
Das Open-Air-Konzert begeisterte mit einer gelungenen Auswahl
Das seit Jahren beliebte Event begann mit einem begeisternden Sommernachtskonzert bei bestem Wetter auf dem Rathausplatz. Das rund 50-köpfige Blasorchester unter der Leitung von Daniel Polenz eröffnete klanggewaltig das sehr vielseitige und farbige Programm. Ein Marsch mit dem Titel „Willing and Able“. Das bedeutet so viel wie „hochmotiviert und leistungsfähig“, was als treffende Bezeichnung für das Orchester gelten mochte und richtungsweisend für den Rest des Abends war. Gekonnt und kurzweilig moderierten Tanja Schlotter und Eric Rother den wunderbaren Abend.
Nicole Knopf und Tanja Lang – zwei Solistinnen von Format
Es folgte eine souverän vorgetragene Soloeinlage der Trompeterin Nicole Knopf in einer Komposition von Jean-Pierre Haeck, gefolgt von der emotionalen Ballade „Someone like you“, mit der die Sängerin des Orchesters, Tanja Lang, dem Publikum zu dem berühmten Gänsehautfeeling verhalf. Eine Polka und der Konzertmarsch der Medici des Komponisten Johan Wichers beendeten den ersten Teil. Nach einer Pause, die Gelegenheit zur Stärkung an den Foodtrucks bot, ging es weiter mit „Aurora Borealis“ von Rossano Galante, welches das Naturphänomen der Nordlichter beschreibt. Die kraftvolle, dynamische Komposition wurde, wie auch alle anderen der insgesamt zehn Stücke, vom Musikverein mit viel Hingabe und hoher klanglicher Intensität dargebracht.
Das Orchester erhielt sehr viel begeisterten Beifall und bedankte sich mit zwei Zugaben. Am Ende kündigte der Vorsitzende Wolfgang Heid an, er wolle sich verabschieden, da er zum Ende seiner Amtszeit keine neue Kandidatur mehr anstrebe.
Auf zum Wandern
Am Sonntagvormittag startete der Weinwandertag. Zehn Touren in halbstündigem Abstand standen zur Auswahl. Treffpunkt bzw. Start war jeweils im Grundschulhof. Ein informativer Flyer gab Auskunft über den Verlauf der Wege und die Position der Stände.
Denn das Highlight auf jeder Tour waren die Probierstände, an denen es Wein aus der Weinmanufaktur Weingarten, der Gemeinschaft „Markgräfler Winzer“ und dem neuen Weingartener Weingut Levinea zu verkosten gab. Die Stände waren unterschiedlich bestückt, so dass jede Sorte nur einmal vertreten war. So kamen insgesamt 11 Weißweine, 4 Rosé und ein Rotwein Cuvee zum Ausschank.
Das Jungunternehmen "Levina" von Lea Siegrist und Elina Holzmüller waren zum ersten Mal dabei und boten an ihrem Stand mittlerweile fünf Sorten. Ihr Cuvee war der einzige Rotwein und ihr Weißburgunder Sekt schaffte eine Punktlandung zum Weinwandertag.
Das Zehntelglas wurde mitgebracht und alsbald entwickelten sich die Stände zu geselligen Treffpunkten. Der zahlreiche Besuch der Wanderer und das herrliche Wetter dürfte ein Glücksfall für alle Beteiligten gewesen sein.
Neues und Bekanntes aus dem Weinanbau - trotz Trockenheit wird es ein guter Jahrgang
Jeder Tour stand ein steiler Anstieg bevor. Bernd Kärcher war in Begleitung der Weinhoheiten auf dem Katzenberg unterwegs, Heiko Ziegler und Michael Ritter waren am Kirchberg anzutreffen. Alle drei sind Winzer und berichteten ihren Gruppen Interessantes aus der aktuellen Weinsituation.
Trotz des trockenen Sommers sei ein Ertrag von sehr guter Qualität zu erwarten, denn Reben wurzeln sehr tief. Die Trauben seien mitunter kleiner geblieben, aber umso intensiver im Geschmack. Fakt sei, dass der Weinkonsum aktuell allgemein stark zurückgehe und die Winzer wirtschaftlich zu kämpfen hatten. Ritter hatte das Thema Flurbereinigung am Petersberg, die noch helfen soll, Weinberge besser bearbeitbar und damit wirtschaftlicher zu machen. Kärcher berichtete über Arten der Schädlings- und Pilzvorbeugung und dass der Winzer die Reife der Trauben an der Farbe des Kerns erkennen und ihren Zuckergehalt mit dem Refraktometer bestimmen könne.
Abschluss auf dem Rathausplatz
Am Ende der Wanderung stand für viele der Abschluss auf dem Rathausplatz bei einer Verköstigung für jeden Geschmack. Auch wer gar nicht mitwandern wollte, konnte den Tag dort genießen und sich von befreundeten Blasorchestern, selbstverständlich ebenfalls bei einem Glas Wein, bestens unterhalten lassen.




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