Neuigkeiten
„Tag des offenen Denkmals“ beim Bürger- und Heimatverein
„Tag des offenen Denkmals“ beim Bürger- und Heimatverein
Interessante Führungen durch historisches Wasserreservoir
Unter dem Motto „NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur“ findet am Sonntag, 13. September 2026, in Deutschland der „Tag des offenen Denkmals“ statt. Bei dieser bundesweit größten Kulturveranstaltung tauchen jedes Jahr hunderttausende von Besucherinnen und Besucher in die faszinierende Welt der Geschichte ein, indem sie zum Beispiel durch geheimnisvolle Burgen, verwinkelte Fachwerkhäuser oder über prunkvolle Kirchenanlagen und andere Sehenswürdigkeiten wandeln.
Steinerne Zeugen
Über 5.000 Denkmale öffnen an diesem Sonntag deutschlandweit ihre Türen. In der KulturRegion Karlsruhe sind es mit über 100 Denkmalen noch einmal 50 Prozent mehr, als im Vorjahr. Die teilnehmenden Sehenswürdigkeiten könnten vielfältiger nicht sein. Bei einem großen Teil handelt es sich um steinerne Zeugen.
Führungen für die Besucher
In Weingarten beteiligt sich traditionell der Bürger- und Heimatverein wieder an der Aktion und öffnet von 11 Uhr bis 18 Uhr das historische Wasserreservoir auf dem Turmberg in der Nähe des Wartturms. Bei freiem Eintritt können interessierte Besucher um 11 Uhr, 13 Uhr, 15 Uhr und 17 Uhr an Führungen durch das markante Bauwerk über dem Marktplatz teilnehmen.
Typhus forderte vier Todesopfer
Bis 1906 wurde das Trinkwasser in Weingarten teils aus natürlichen Quellen und dem Walzbach sowie aus gemauerten Ziehbrunnen gewonnen. Nach starken Regengüssen war das Bachwasser allerdings ungenießbar. Deshalb lösten bestimmte Salmonellen-Arten auch die Infektionskrankheit Typhus aus. Davon zeugt bis heute noch das Grab der Familie Jaufmann auf dem Alten Friedhof, in dem die Mutter Magdalena (55 Jahre) und ihre drei Töchter Angelina (21), Marie Luise (19) und Emilie (18) beigesetzt sind. Sie verstarben im April und Mai 1874 innerhalb von 24 Tagen. Vermutlich hatten sie Trinkwasser aus einem Dorfbrunnen getrunken.
Die Quelle im Werrabronn
Bevor 1906 zuerst in den Hauptstraßen die Wasserleitungen verlegt wurden, wurde zeitgleich das so genannte Wasserreservoir auf dem Turmberg gebaut. Zuvor hatte Weingarten nach einem Rechtsstreit die ergiebige Quelle mit einer Schüttung von 20 Litern pro Sekunde hinter dem Hofgut Werrabronn der Nachbargemeinde Grötzingen preisgünstig abgekauft. Diese liegt drei Meter höher, so dass das Wasser in einer Rohrleitung mit natürlichem Gefälle zum Reservoir auf dem Turmberg floss. Von dort wurden die 5.200 Einwohner mit Trinkwasser versorgt.
Wasserknappheit im Sommer
Bis 1936 hatte sich die Bebauung derart ausgeweitet, dass die Quelle nicht mehr ausreichte, so dass es in trockenen Sommern immer wieder zu Engpässen kam. Es wurde im Gewann „Altes Schloss“ ein Tiefbrunnen niedergebracht und das Wasser von dort zum Reservoir hochgepumpt. Nach 1945 vergrößerte sich die Gemeinde auf 7.500 Einwohner, so dass 1957 dort zwei neue 16 Meter tiefe Brunnen gebohrt wurden. Alle Quellen lieferten dann 52 Liter pro Sekunde.
Vier Hochbehälter als Speicher
Die Werrabronn-Quelle konnte wegen Verschmutzung nicht mehr ins Netzt eingespeist werden. Die Brunnen am Alten Schloss hatten einen grenzwertigen Nitratgehalt, der ab 2002 durch eine so genannte Carix-Aufbereitungsanlage auf zirka 30 Milligramm pro Liter erheblich gesenkt wurde. Das gesamte Gemeindegebiet wird von den vier Hochbehältern „Setz“ und „Kirchberg“ sowie „Sallenbusch“ und „Sohl“ versorgt.


Durch das Laden der Inhalte erhebt Facebook personenbezogene Daten und verarbeitet diese. Mehr dazu in der Datenschutzerklärung.
Für diese Funktion müssen weitere Cookies akzeptiert werden