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Interessierte Bürgerinnen und Bürger erkundeten mit der Gemeindeförsterin den aktuellen Zustandes des Waldes
Frag die Försterin
Seit ihrem Amtsantritt im Weingartener Forstrevier bietet Elena Motschilnig dieses niederschwellige Informationsangebot für Interessierte jeden Alters an. Es handelt sich um eine Begehung eines bestimmten Waldabschnitts. Das Programm richtet sich nach den Fragen der Teilnehmer. Sollten von dieser Seite keine Fragen kommen, bietet Frau Motschilnig von sich aus aktuelle Informationen an.
In der Regel wählt sie den Ort der Begehung aus und gibt einen Input, aus dem sich meist schnell Fragen aus dem Zuhörerkreis ergeben.
Am Samstag, den 29. August 2026 versammelten sich über 30 Interessierte, um einen Teilbereich des Vorderen Katzenbergs zu erkunden. Treffpunkt war am „Aussichtspunkt Weinberg“, der auf Google Maps verortet ist. Ort der Begehung war das Waldstück oberhalb des Rebgeländes. Hier führt ein Rundweg zunächst nach dauerhaftem Anstieg bis zu einer T-Kreuzung und dann nach Westen wieder zurück an der August-Russel-Hütte vorbei.
Ein übergeordnetes Thema war die aktuelle Trockenheit als Kennzeichen des Klimawandels. Grüne Blätter auf dem Boden seien ein Merkmal stark geschwächter Bäume, die keine Kraft mehr haben, den Blättern Nährstoffe und Wasser zu entziehen, um braun zu färben. Trägt ein Baum dagegen bereits braune Blätter, die aber noch fest an den Ästen hängen, verfügt er noch über diese Kraft.
Dann ging es um Möglichkeiten, den Wald zukunftsfit und resistent gegen Trockenheit und Überhitzung zu machen. Hierzu setzt der Forst auf Pflanzung von stark gemischten Baumarten. Laubbäume werden auf Dauer das Waldbild bestimmen, während Nadelbäume, wie Fichte und Douglasie, mehr und mehr zurückgehen.
Auf die Frage nach Waldbrandgefahr berichtete Frau Motschilnig von den Tiefbrunnen, die für die Wasserentnahme zur Bewässerung der Jungkulturen gebohrt worden seien, andererseits aber auch bei Waldbränden Hilfe leisten könnten.
Die letzten 10 Jahre zeigten nur 37 Prozent gezielte Nutzung und 63 Prozent zufällige Nutzung durch Windbruch, Käferbefall und Verkehrssicherungsmaßnahmen. In der Zukunft setze der Forst wenn möglich auf Naturverjüngung, da davon ausgegangen werde, dass Bäume an natürlich aufgegangenen Stellen eine höhere genetische Vielfalt aufweisen als Bäume aus Pflanzungen. Drittens sei regelmäßige Durchforstung ein Mittel, gesunde Bäume heranzuziehen. Die Försterin wies auf einige mit blauen Punkten markierte Bäume, sogenannte „Zukunftsbäume“. Sie werden von sogenannten „Bedrängern“ freigestellt, um ungestört hoch und gerade heraufwachsen zu können. Die Planung für die kommenden Jahre sehe eine stärkere Betonung der Laubbaumarten vor. Kiefer und Douglasie seien stark rückläufig.
Angesichts einiger dickerer Stämme am Wegesrand kam die Frage nach dem materiellen Wert des Holzes auf. Dabei seien Qualitätsstufen zu unterscheiden, erklärte die Försterin. Für die Vermarktung des Stammholzes sei sie nicht zuständig. Die Gemeinde verkaufe ihr Holz über die Holzverkaufsstelle. Das bringe jährlich rund 220.000 Euro. Aus dem Verkauf von Ökopunkten für den geschützten Heldbock kommen 150.000 Euro dazu (im Vorjahr, Haushalt 2027 ist noch nicht abgesegnet und noch nicht veröffentlicht). Ziel sei, fünf Prozent des Gemeindewaldes in verschiedenen Bereichen stillzulegen und als Waldrefugien zu definieren.



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