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Einsatz für die Natur: Feuerwehr Weingarten hilft im Dürresommer
Feuerwehr hilft im Dürresommer
Einsatz für die Natur
Freiwillige Einsatzkräfte füllen Amphibientümpel für seltene Gelbbauchunken und bewässern Vegetation
Die anhaltende Trockenheit dieses Sommers hat nicht nur Land- und Forstwirtschaft gefordert, sondern auch den örtlichen Naturschutz an seine Grenzen gebracht. Mehrfach ist deshalb die Freiwillige Feuerwehr Weingarten (Baden) ausgerückt, um bedrohte Amphibien und austrocknende Vegetation mit Wasser zu versorgen – ein Engagement, das weit über das klassische Aufgabenfeld einer Feuerwehr hinausgeht.
Im Mittelpunkt stand die Gelbbauchunke (Bombina variegata), eine der am stärksten gefährdeten Amphibienarten Deutschlands. Auf der Roten Liste wird sie als „stark gefährdet" geführt (Kategorie 2). Da ein bedeutender Teil der weltweiten Population in Süddeutschland lebt, trägt Baden-Württemberg eine besondere Verantwortung für den Erhalt der streng geschützten Art. Ursprünglich war die wärmeliebende Unke in den wilden Flussauen zu Hause. Weil diese natürlichen Lebensräume heute nahezu verschwunden sind, ist das Tier auf vom Menschen geschaffene Ersatzgewässer angewiesen. Die Gemeinde Weingarten (Baden) hat dafür künstliche Tümpel angelegt, die den Unken zwar nicht zur Fortpflanzung dienen, als Sommerquartier aber überlebenswichtig sind.
Genau diese Gewässer drohten in diesem Jahr auszutrocknen. Während in normalen Sommern ein gelegentliches Nachfüllen durch das Forstteam der Gemeinde genügt, mussten die Tümpel zuletzt wöchentlich befüllt werden. Für das Forstteam, das zeitgleich die jungen Waldbestände intensiv bewässern mussten, war dieser Aufwand personell und zeitlich kaum noch zu bewältigen. In dieser Situation bot die Freiwillige Feuerwehr Weingarten (Baden) unbürokratisch ihre Unterstützung an: Die Einsatzkräfte übernahmen mehrfach das Auffüllen der Tümpel und sicherten so den Lebensraum der seltenen Amphibien.
Neben dem Einsatz für die Unken unterstützte die Feuerwehr die Gemeinde auch bei der Bewässerung von Büschen und Vegetation, die unter der langanhaltenden Hitze und Trockenheit litten. Auch hier half das zusätzliche Wasser, empfindliche Bestände über die kritischen Wochen zu bringen.
Welchen Stellenwert die Gemeinde dem Arten- und Naturschutz beimisst, unterstrich auch die Verwaltungsspitze: Bei einer der Befüllungsaktionen machte sich Bürgermeister Eric Bänziger gemeinsam mit der Försterin Elena Motschilnig vor Ort ein Bild von der Lage. Er unterstützt die Schutzmaßnahmen ausdrücklich und dankte allen Beteiligten für ihren Beitrag zum Erhalt der bedrohten Art.
Die Försterin zeigt sich dankbar für die Zusammenarbeit und betonte: „Ohne die Hilfe der Feuerwehr hätten wir vermutlich das Austrocknen der Tümpel nicht dauerhaft verhindern können. Einen großen Dank an die engagierten Einsatzkräfte und deren Beitrag zum Artenschutz.", so Motschilnig.
Das Beispiel aus Weingarten zeigt, wie wertvoll das Zusammenspiel von Feuerwehr, Gemeinde und Naturschutz vor Ort ist, gerade in Zeiten, in denen lange Trockenperioden Mensch und Natur zunehmend fordern. Der ehrenamtliche Einsatz der Feuerwehrleute leistet einen wichtigen Beitrag dazu, das Überleben der Gelbbauchunke in Baden-Württemberg langfristig zu sichern.



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