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Unsere Reise nach Staffolo
Drei Tage voller Begegnung, Freundschaft und Kultur
Die Reise in die italienische Gemeinde Staffolo hatte eine besondere Bedeutung. Es galt, die Partnerschaft zwischen Weingarten (Baden) und Staffolo offiziell zu beurkunden.
Staffolo ist ein kleines, charmantes Bergdorf mit rund 2.150 Einwohnern in der italienischen Region Marken (Provinz Ancona). Der Ort liegt auf einem etwa 440 Meter hohen Hügel im Jesi-Tal und ist wegen seines Panoramablicks auch als der „Balkon der Vallesina“ bekannt.
Am Freitag, den 31. Juli 2026 traf sich in der Früh die Delegation zur Abfahrt an der Walzbachhalle. Pünktlich um 3 Uhr begann die Fahrt. Mit an Bord waren Mitglieder aus dem Gemeinderat (GR) und des Partnerschaftskomitees (PK) sowie der stellvertretende Bürgermeister Timo Martin. Ebenfalls reisten mit Jörg Knobloch, als Vertreter des Musikvereins, Antje Kaufmann, als Vertreterin des Liederkranzes, die Weinkönigin Alexa und Gabi Dittert aus der Verwaltung. Der Vorstand des Partnerschaftskomitees Siegbert Kolar mit Frau, Axel Goerke (GR und PK) sowie die Weinprinzessinnen Claudia und Alexa waren zu dieser Zeit schon in Italien unterwegs, da sie die Feierlichkeit mit ein paar Tagen Urlaub verbanden. Unsere beiden Busfahrer erfüllten uns jeden Wunsch, gaben gerne Auskunft über die Route und sorgten für eine angenehme Reise.
Trotz Sommerferienbeginn wurden wir vor Staus bewahrt. Auch vor dem Gotthard-Tunnel war überraschenderweise nur eine kurze Stockung durch die Tunneleinlass-Ampelanlage, sodass wir nach ein paar erfrischenden Pausen bereits gegen 17 Uhr in Staffolo ankamen – eine Stunde vor der geplanten Ankunft. Unsere italienischen Gastgeber begrüßten uns mit einem herzlichen Buona sera und organsierten flugs die Gemeindebusse, um uns auf die jeweiligen Unterkünfte zu verteilen. Staffolo selbst besitzt im Ortskern ein Hotel, das Relais Del Borgo Hotel & Spa, die weiteren Unterkünfte befanden sich ein wenig außerhalb. Die kurze Wartezeit bis zur Weiterfahrt überbrückten wir in einer Bar direkt am Marktplatz und genossen dabei den Panoramablick in die Weiten der Marken.
Am Abend trafen wir uns alle wieder beim Weingut Cimarelli zum Aperitif. Nach der Begrüßung von Tommaso Aquilanti, Besitzer und Kellermeister des Weinguts, bekamen wir einen kleinen Überblick über den Betrieb in englischer Sprache. Somit war Ilaria Ippoliti, unsere Übersetzerin und Vorständin des italienischen Partnerschaftskomitees, ein wenig entlastet. Das Weingut Cimarelli befindet sich im historischsten und repräsentativsten Teil der Castelli di Jesi und erstreckt sich über 10 Hektar spezialisierte Rebflächen. Es gliedert sich in zwei bedeutende Lagen von Staffolo: Contrada San Francesco und Coste. Contrada San Francesco liegt auf etwa 400 Metern über dem Meeresspiegel und zeichnet sich durch einen Boden mittlerer Konsistenz aus, der überwiegend lehmhaltig ist und auf dem ausschließlich Verdicchio angebaut wird. Contrada Coste liegt im südlichen Teil des Anbaugebiets auf etwa 380 Metern über dem Meeresspiegel; hier sind die Böden wesentlich lockerer und zeichnen sich durch einen hohen Anteil an mit Ton vermengtem Kalkstein aus. In Contrada Coste wird nicht nur Verdicchio angebaut, sondern auch Montepulciano und Sangiovese. Die Bewirtschaftung der Weinberge erfolgt nachhaltig. Die gewissenhafte Auswahl bei der Handlese sowie fachgerechte Weinbereitung, bringt die Vorzüge der Trauben und des Terroirs von Staffolo zur Geltung. Jede einzelne Parzelle wird im Weinkeller separat verarbeitet, produziert werden etwa 40.000 bis 50.000 Flaschen. Zudem besitzt der Betrieb einen Olivenhain mit 400 Bäumen.
Nach dieser beeindruckenden Erzählung genossen wir das Weinangebot und die Foccacia-Spezialitäten bei einem wunderschönen Abendrot in den Weinbergen.
Am Samstag früh brachen wir zum gemeinsamen Ausflug nach Frasassi in die Provinz Ancona auf. Die Frasassi-Höhlen (Grotte di Frasassi) war unser Anlaufziel - ein riesiges, im Jahr 1971 entdecktes Tropfsteinhöhlensystem in der italienischen Gemeinde Genga. Die Haupthalle ist gigantische 200 Meter hoch und die Höhlen zählen zu den spektakulärsten Karstphänomenen Europas. Eine deutschsprachige Touristenführerin ging mit uns eineinhalb Stunden durch die angenehm kühle Grotte und entführte uns in die faszinierende Welt der natürlich entstandenen Tropfsteingebilden und teilweise meterhohen Giganten.
Ein kleines Picknick in einer Parkanlage in der Nähe der Grotte vervollständigte diesen interessanten Ausflug.
Am Abend ging es dann zum offiziellen Festakt in den Gemeindesaal des Rathauses. Nach den Ansprachen der anwesenden Vertreter, bei der ein Ausblick der Partnerschaft aufgezeigt sowie auch die langjährige und freundschaftliche Beziehung zum Weingartener Musikverein betont wurde, unterzeichnete Bürgermeister Sauro Ragni offiziell die beiden Partnerschaftsurkunden. Der stellvertretende Bürgermeister Timo Martin richtete die herzlichsten Grüße von Bürgermeister Eric Bänziger aus, der vorab die Urkunden unterzeichnet hatte und leider krankheitsbedingt die Reise nicht antreten konnte. Eine besondere Überraschung erhielt Jörg Knobloch vom Weingartener Musikverein. Die Gemeinde Staffolo überreichte ihm ein gerahmtes Abbild der Partnerschaftsurkunde. Sichtlich gerührt nahm er sie von seinem langjährigen italienischem Freund entgegen und bedankte sich bei allen für die innige Freundschaft, die seit 1982 mit dem hiesigen Musikverein „Banda Musicale Città di Staffolo“ besteht.
Anschließend brach die Gruppe zu einer kleinen Ortsführung auf. Durch die gepflasterten Gassen ging es zur katholischen Kirche Santa Maria della Castellaretta und dem Weinmuseum Museo del Vino. Letzter Halt war das erste italienische Denkmal für die Opfer aus den „Bleiernen Jahren“ (Anno di Piombo). Eine acht Meter lange Gedenktafel mit den Namen von 381 Terrorismusopfern unabhängig ihrer politischen Herkunft.
Mit einer traditionell gebackenen Lasagne sowie weiteren italienischen Spezialitäten und einem anschließendem Besuch des 40. Internationalen Folklorefestes auf dem Marktplatz ließen wir den feierlichen Abend gemütlich ausklingen.
Am Sonntagvormittag hieß es Abschied nehmen. Wir trafen uns wieder im Rathaus um mit einigen Vertretern der Folkloregruppen „Auf Wiedersehen“ zu sagen. Erleichtert wurde der Abschied mit der Vorfreude auf das Wiedersehen der italienischen Freunde beim Wein- und Straßenfest 2027.
Wir bedanken uns recht herzlich bei allen Mitreisenden und bei unseren Gastgebern: Bürgermeister Sauro Ragni, Lucia Toccaceli (Stellvertretende Bürgermeisterin), Giorgia Varchi (Stadträtin), Sandro Finocchi (Stadtrat) und besonders bei Ilaria Ippoliti. Arrivederci e a presto.
Rund um die Partnerschaftsurkunde
Die Urkunden aus Aquarellpapier wurden von der Weingartenerin Kerstin Setrdle handbemalt und coloriert. Christoph Böser vom Kunsthaus Böser gab ihnen den letzten Schliff. Er fertigte stilvolle Rahmen aus deutschen Hölzern an und passende cremefarbene Passepartouts. Das UV-Glas sowie der an der Rückwand befestigte Säurekarton wird die Urkunde vor Schäden schützen.
Textlicher Inhalt der Urkunden
„ZUSAMMEN. ZUKUNFT. GESTALTEN
Die Gemeinden Weingarten (Baden) und Staffolo sind überzeugt, dass unsere Zusammenarbeit auf gemeinsamen Werten, Respekt und Freundschaft beruht.
Mit dieser Partnerschaft bekräftigen wir unseren Willen, eine lebenswerte Zukunft zu gestalten, Traditionen zu pflegen und gemeinsame Projekte zum Wohle unserer Bürgerinnen und Bürger umzusetzen.
Unser Ziel ist es, den Austausch zwischen unseren Gemeinden in den Bereichen Kultur, Bildung, Wirtschaft, Umwelt und Gesellschaft zu fördern - heute und in Zukunft.
Gemeinsam gestalten wir unsere Zukunft.“


















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