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Klecksikus bewacht das Kinderatelier
Im Hort "Haus Kunterbunt" wird's bunt
Ein Malatelier bereichert als dauerthafte Einrichtung das pädagogische Angebot im Hort
Michaela Haney, freischaffende Künstlerin ist Erzieherin im Weingartner Schülerhort „Haus Kunterbunt“.
Anfang Juni hat sie dort nach monatelanger Vorbereitung ein Atelier für Kinder eingerichtet. Mit einer eigenen Atelierwand ist ohne großen Platzanspruch ein kreativer Raum entstanden, in dem die Kinder den spielerischen Umgang mit Farben, Materialien und verschiedenen Maltechniken kennenlernen. Dort können sie entweder ganz frei nach eigenen Ideen gestalten oder ein von Michaela Haney vorgegebenes Thema nachvollziehen. Als krönenden Abschluss der Einrichtungsarbeit hat sie das Bild vom Vogel Klecksikus gemalt. Er ist der Wächter des Ateliers.
Damit hat der Hort sein vielseitiges pädagogisches Angebot noch um eine Facette bereichert. Das Atelier ist - neben naturwissenschaftlichen Experimenten, kreativen Bastelangeboten mit leeren Schachteln, musikalischen Besuchen im Seniorenheim, einer Waldgruppe und weiteren in den Alltag integrierten Lern- und Beschäftigungsmöglichkeiten - ein kreativer Baustein zu einer ganzheitlichen Förderung motorischer, kognitiver und sozialer Fähigkeiten.
Kunst und Künstler kennenlernen
Das Ziel soll sein, das Leben früherer Künstlerinnen und Künstler durch Quizfragen, kurze Geschichten und einigen Daten kennenzulernen. Anschließend setzen sich die Kinder mit ausgewählten Werken auseinander, die sie nachgestalten. Diese kindgerechte Hinführung zu Kunstverständnis und eigener Kreativität ist die eine Seite des neu eingerichteten Ateliers. Bis jetzt waren bereits Van Gogh mit seinen Sonnenblumen an der Reihe, etliche andere sollen folgen.
Der Atelierspass ermöglicht den selbstständigen Zugang
Die andere Seite - und hier kommt die Erzieherin ins Spiel - ist die Gewöhnung an Verantwortung für den eigenen Arbeitsplatz. Das altbackene Sprichwort „Ordnung ist das halbe Leben“ kommt hier zum Tragen und nicht umsonst werden im Erwachsenenleben Coachingseminare angeboten, wie ein strukturiertes Umfeld auch Ordnung in das mentale Chaos bringt. Damit lehnt sich Michaela Haney an die Montessori-Pädagogik an, die die äußere Ordnung in Form einer strukturierten Umgebung als die Voraussetzung für geistige Klarheit und Konzentration ansieht.
Die engagierte Erzieherin hat für ihre Hortkinder einen Atelierpass in drei Schritten entwickelt: Der „Pinselretter“ beinhaltet die richtige Pflege und Aufbewahrung des Pinsels. Der „Materialhüter“ verlangt einen sorgfältigen Umgang mit allen Materialien wie Mischpalette, Malkittel, Wasserglas und Farbe. Der „Farbmeister“ schließlich zeigt dem Kind das richtige Mischverhältnis der Farben und achtet darauf, dass es ein Gefühl dafür bekommt und keine Farben verschwendet werden. Hat ein Kind alle drei Schritte in mindestens zwei Durchgängen bewältigt, erhält es einen Atelierpass, der ihm nun jederzeit einen selbstständigen Zugang zum Atelier ermöglicht.
Die Kinder sind glücklich darüber
Jana, Sofiia und Ariana haben den Pass bereits erworben und präsentieren ihn voller Stolz. Malen ist ihre Leidenschaft und auf diese Weise erleben sie einen stressfreien und zielorientierten kreativen Akt. Jana liebt das Malen mit dem Pinsel, weil flüssige und pastose Farben sich mischen lassen, Holzstifte dagegen kaum. Sofiia bringt es auf den Punkt: „Ich liebe Kunst, weil man etwas so malen darf, wie man es selber sieht.“
In diesem Sinne hat Michaela Haney dem Hort-Alltag eine weitere Bereicherung hinzugefügt: Malen als Akt der eigenen Kreativität, zu dem feste Regeln den Zugang erleichtern.


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