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blut.eV feiert 30-jähriges Jubiläum
Helfen ist ihre Profession
Mit zahlreichen Gästen und Grußworten feierte der Verein blut.eV im Turmzimmer des Rathauses sein 30. Jubiläum.
Die Vorsitzende Susanne Bogner gab einen Rückblick auf die Entstehungsgeschichte des Vereins, der auf Anstoß ihrer Vorgängerin Elke Jordan gegründet wurde und begrüßte die anwesenden Gäste, die mit dem Verein seit Jahrzehnten verbunden sind.
Zunächst Bürgermeister Eric Bänziger, der sich als Betroffener zu erkennen gab und berichtete, wie ihm der Verein seinerzeit Hoffnung und das Gefühl, weiterzukommen und geheilt zu werden, gegeben habe. Weingarten sei sehr stolz, einen solchen Verein in seinen Reihen zu haben.
Fruchtbare Zusammenarbeit von Beginn an
Sodann begrüßte Susanne Bogner den Klinikdirektor der Medizinischen Klinik III des Städtischen Klinikums Karlsruhe, jetzt Professor Martin Bentz, mit dem blut.eV seit Jahrzehnten zusammenarbeitet. Ebenso Professor Carsten Müller-Tidow, Ärztlicher Direktor der Klinik für Hämatologie, Onkologie und Rheumatologie der Universitätsklinik Heidelberg. Beide Klinikdirektoren betonten die starke Unterstützung durch blut.eV, die vieles ermöglicht habe, wofür sonst kein Geld da gewesen wäre.
Bentz erwähnte in Karlsruhe die Psychoonkologie, die Kunst- und Musiktherapie und die integrative kosmetische Behandlung. Nicht zuletzt die Palliativstation mit dem Besuchshund Hannes. Der Heidelberger Müller-Tidow lobte nicht nur den Gemeinschaftsgedanken der Unterstützung durch die finanzielle Übernahme der Typisierungen, sondern auch die hohe finanzielle Förderung der Stammzellenforschung. Die Onkologie könnte heute heilen, woran vor 30 Jahren noch nicht zu denken gewesen sei. Der vierte Redner, Dr. Hans Knabe, Vorsitzender der Stiftung Aktion Knochenmarkspende Bayern (AKB) sprach für die Ehrenamtlichen, die unverzichtbare Hilfe leisteten sowie für die Spender selbst, die viele Einschränkungen auf sich nehmen müssten. In der Spenderdatei dieses Vereins sind die Daten von 390.000 potenziellen Stammzellspendern hinterlegt.
Der Verein hat viel bewegt
Was hat der Verein in diesen 30 Jahren bewegt und was hat er erreicht? An erster Stelle steht das Bemühen, Geld einzunehmen, um Knochenmarkspender zu finden, aus deren Knochenmark Stammzellen gewonnen werden können, die dem Erkrankten transplantiert werden. Die Typisierung der Blutproben verursacht hohe Kosten. Unzählige Spenderaktionen hat der Verein dazu initiiert. Mittlerweile zählt der Verein 380 Mitglieder, über 100 ehrenamtliche Helfer und mehr als 111.100 Spenderinnen und Spender wurden getestet, woraus über 900 lebensrettende Transplantationen hervorgegangen sind.
Das psychosoziale Umfeld gehört auch dazu
Aber der Verein hat nicht nur den aktuell Erkrankten im Blick, sondern mehr und mehr auch dessen Lebensumstände. 2001 wurde eine Selbsthilfegruppe für Leukämie- und Lymphomerkrankte ins Leben gerufen. Seit einigen Jahren bietet ein Workshop unter dem Titel „Letzte Hilfe – am Ende wissen, wie es geht“ die Möglichkeit, sich Rat im Umgang mit Sterbenden zu holen. Dabei geht es nicht um professionelle Methoden, sondern um rein menschliche Zuwendung. Vor allem die Bedeutung Letzterer wurde in allen Ansprachen betont. Bogner selbst erklärte, blut.eV wolle eine Brücke sein zwischen medizinischer Versorgung und menschlicher Begleitung.
Alle diese Angebote kosten natürlich Geld und dafür wirbt der Verein pausenlos um Spenden, veranstaltet aber zugleich laufend größere und kleinere Aktionen: Bastelbasare, Kronkorkensammlung, Konzerte und dieses Jahr erstmals das Eisbaden.
Der Lebenslauf macht am meisten Kasse
Ein Dauerevent ist jedoch der Lebenslauf. Zum 21. Mal findet dieser Sponsorenlauf – jedes Jahr im Juni auf einem Rundkurs um das Feuerwehrhaus – auch in diesem Jahr wieder statt. Die Teilnehmer suchen im Vorfeld nach Sponsoren, die ihre gelaufenen Runden mit einem bestimmten Betrag honorieren. Rund 1.000 Läuferinnen und Läufer sind alljährlich am Start.
Marianne Stahl, stellvertretende Vorsitzende, dankte dem Verein aus familiärer Betroffenheit für das unterstützende Umfeld.
Zum Abschluss überreichte der Verein drei Spendenschecks: zwei über jeweils 5.000 Euro an die beiden Kliniken und den dritten über 20.000 Euro an die Stiftung AKB.



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