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Aus der Wehrhauptversammlung der Freiwilligen Feuerwehr am 14.03.2026



Die Jahresberichte der Feuerwehr Weingarten (Baden) spiegelten das Einsatzgeschehen im zurückliegenden Jahr 2025, verbunden mit wachsenden Anforderungen an Mensch und Material, dem die hervorragende Ausstattung der Feuerwehr gegenübersteht.
Die Jugendabteilung
Der Bericht der Jugendleiterin Michele Essig gab einen komprimierten Überblick über die Tätigkeiten der Jugend während ihrer Zeit bei der Feuerwehr. In Weingarten (Baden) sind es 26 Jugendliche mit einem Altersdurchschnitt von 13,6 Jahren. Michele Essig berichtete von 34 Übungsdiensten mit Lernen, Üben, Spiel und Spaß, die zu Leistungen führen. Die erreichten Leistungen befähigen, Abzeichen wie Jugendflamme, zu erreichen oder an einem Pokalwettkampf erfolgreich teilzunehmen. „Nicht mehr lange und wir bringen den Pokal nach Weingarten“, stellte die Jugendleiterin freudig in Aussicht. Grundlagen der Jugendarbeit sind der Erwerb von feuerwehrtechnischen Kenntnissen und mindestens gleichwertig die Gemeinschaftspflege im Kreis Gleichaltriger und Gleichgesinnter. Aus dem Pool der Jugendlichen wachsen die späteren Einsatzkräfte heran, wie Kommandant Günther Sebold zufrieden feststellte. Höhepunkte im Jahr 2025 waren ein Gastbesuch der Hunderettungsstaffel des ASB in Weingarten, die Teilnahme am Kreiszeltlager in Ettlingen und der gemeinsame Dienst mit den Aktiven.
Die Altersabteilung
Ihr Sprecher Klaus Breitinger hatte ebenfalls einen Bericht abgegeben, verlesen von Kommandant Günther Sebold. Dazu gehören 47 Senioren. Höhepunkt der gemeinsamen Unternehmungen war ein Ausflug nach Efringen-Kirchen, wo die Weingartener Feuerwehrfrau Caroline Holzmüller als Bürgermeisterin tätig ist. Bei einer Fahrzeugvorstellung historischer Fahrzeuge im Carl-Benz-Museum war auch Weingartens „Alter Tanker“ beteiligt. Darüber hinaus treffen sich die Senioren regelmäßig und die Gespräche drehen sich um Politik, Ortsgeschehen und Feuerwehrthemen. Das Wichtigste ist das Zugehörigkeitsgefühl der Einzelnen, die Gemeinschaft und der Zusammenhalt. Schönes Beispiel dafür: Der Besuch bei der ehemaligen Schriftführerin und mittlerweile schwer gehbehinderten Brigitte Käfer im Betreuten Wohnen.
Die Einsatzabteilung
besteht aus dem Kommandanten Günther Sebold und seinen drei Stellvertretern Karsten Schneider, Axel Oheim und Moritz Hartmann. Zur Einsatzmannschaft gehören 69 Feuerwehrangehörige.
Karsten Schneider berichtete über Technik, Themen und Aufgaben, die ein großes Ausbildungsspektrum erforderten, beispielsweise von Wald- und Flächenbränden aufgrund klimabedingter Überhitzung oder schwere Verkehrsunfälle, die psychisch belasteten. Für Letzteres können sich die Wehrangehörigen an ein Team der Psychosozialen Notfallversorgung wenden (PSNV). Im Jahr 2025 wurden 55 Dienste auf verschiedenen Ebenen und in einer breiten Themenpalette geleistet und 38 Übungen mit der Mannschaft abgehalten. Dazu wurden etliche Lehrgänge absolviert und an Sonderausbildungen sowie Sonderdiensten teilgenommen.
Axel Oheim berichtete aus der Statistik über eine Tendenz zu hohen Alarmierungszahlen, wenn auch nicht jede Alarmierung einen Einsatz erforderlich mache. Dauerhaft seien es im Jahr über 100 Alarmierungen. In 24 Fällen konnten Personen erfolgreich gerettet werden, Großbrände gab es im Jahr 2025 keine. Immerhin 20 Prozent der Einsätze wurden durch Nachlässigkeit beim Kochen und demzufolge eingebrannter Speisen ausgelöst. Besondere Einsätze galten unter anderem der Logistik, der Anforderung des Fachberaters Bau bei einem Hauseinsturz in Spöck und des Fachberaters Gefahrgut, als bei einem Unfall auf der Autobahn 1.200 Liter ausgelaufener Diesel ins Erdreich zu gelangen drohten. Erstmals kam ein Notruf über einen automatisierten e-call eines Fahrzeugs nach einem Unfall herein.
Kommandant Günther Sebold berichtete über die Vergabe der Aufträge für das neue Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (HLF 10) in zwei Losen - Fahrgestell und Aufbau sowie feuerwehrtechnische Beladung - die der Gemeinderat am 24. März 2025 beschlossen hat. Die Lieferzeit des Fahrzeugs beträgt etwa zwei Jahre. Die meisten Feuerwehrangehörigen haben sich mittlerweile für die zusätzliche Alarmierung über das Verfügbarkeitssystem Divera 24/7 registriert. Das bedeutet eine erhöhte Erreichbarkeit, sowohl über den Meldeempfänger, als auch über eine datenschutzkonforme Handy-Zusatzalarmierung. Auch die Beschaffung der Funkgeräte mit entsprechendem Zubehör für den Digitalen Einsatzstellenfunk wurde im vergangenen Jahr ausgeschrieben und vollzogen. Hierfür zeichnet sich Georg Ziegahn verantwortlich, dem Sebold dafür besonderen Dank aussprach. Im Laufe des Jahres sollte die Umstellung auf den Digitalen Einsatzstellenfunk in Weingarten vollzogen sein, im Optimalfall zeitlich mit den Feuerwehren Pfinztal und Walzbachtal.
Die ganze Technik sei nichts wert ohne die Menschen, die dahinterstehen, damit üben und arbeiten, sagte Sebold. Als Zeichen des Dankes an diejenigen mit mehr als 75 Prozent der Dienste, der Wertschätzung ihrer Leistung und als Ansporn für andere sei ein gemeinsamer Restaurantbesuch vorgesehen.
Das Wechselladerfahrzeug und der Abrollbehälter Sonderlöschmittel seien im Januar in einer Feierstunde im Feuerwehrhaus von der Firma Kleiberit übergeben und in Dienst gestellt worden. Beide seien in der Integrierten Leitstelle im Einsatzleitrechner hinterlegt und für regionale Einsätze abrufbar. An dieser Stelle nochmals ein herzliches Dankschön an die Firma Kleiberit für die großzügige Spende.
Der Bebauungsplan für den Bereich der geplanten Fahrzeughalle werde zur Offenlage gebracht und in einer der nächsten Sitzungen vom Gemeinderat behandelt. An dieser Stelle ging Sebold auf die Ausführungen des Feuerwehrmitglieds Max Weiß ein, der bereits in der Wehrhauptversammlung 2024 starke Kritik an den Planungen geübt und angekündigt hatte, diese Kritik auch in diesem Jahr im Tagesordnungspunkt "Aussprache" zu wiederholen. Sebold berichtete, in einem Schreiben seitens der Feuerwehr an Bürgermeister und Gemeinderat seien die Kritikpunkte noch einmal zusammengefasst worden. Aber die Forderung nach einer dauerhaften Sperrung der Ringstraße sei nicht machbar und darum sei ein Kompromiss mit Halbschranken gefunden worden. Im Nachrückefall könne der Streckenabschnitt für den Individualverkehr somit gesperrt werden. Die Vorschriften seien aus seiner Sicht damit eingehalten.
Beförderungen und Ehrungen
Günther Sebold nahm verschiedene Beförderungen vor, abhängig von den Jahren an Zugehörigkeit zur Feuerwehr.
Es folgten Ehrungen durch die Gemeinde. Bürgermeister Eric Bänziger, oberster Dienstherr der Feuerwehr, ließ es sich nicht nehmen, den Anwesenden Urkunden „mit Dank und Anerkennung“ für 10 Jahre, 20 Jahre, 30 Jahre und 50 Jahre zu überreichen. Für 50 Jahre wurden geehrt: Richard Balduf, Klaus Holzmüller und Hans Jürgen Lewald. Petra Gebhard und Werner Fischer waren nicht anwesend.
Für 30 Jahre geehrt wurde Tim Hahn. Rosi Blum-Langendörfer war nicht anwesend.
Der stellvertretende Kreisbrandmeister Bertram Maier händigte im Namen des Innenministers Thomas Strobl die Ehrungen des Landes Baden-Württemberg aus. Für 15 Jahre in Bronze an Florian Kärcher. Uli Naumann war abwesend. Für 25 Jahre in Silber an Tobias Grünwedel und Joachim Walter.
Ansprachen der Gäste
Bürgermeister Eric Bänziger war mit dem Gehörten sehr zufrieden. Keine Probleme mit der Tagesverfügbarkeit. Alle Dienste und Übungen seien abgedeckt. Er dankte für die aktive Jugendarbeit und die integrative und fürsorgliche Betreuung der Senioren. Durch den hauptamtlichen Gerätewart Schilli und seinen ehrenamtlichen Gerätewarten seien die Fahrzeuge und Maschinen stets gepflegt, gewartet und einsatzbereit. Die relevanten Themen werden im Feuerwehrausschuss bearbeitet. Es sei erfreulich, eine solch aktive Wehr im Ort zu haben.
Bertram Maier bestätigte das vielseitige und anspruchsvolle Aufgabenprofil und lobte den hohen Leistungsstand. Die Weingartener Wehr sei eine „starke und engagierte Gemeinschaft". Das persönliche Engagement sei ein Vorbild für die Gesellschaft. Die Vereinheitlichung der Leitstellentechnik sei noch nicht erreicht. Es seien Anpassungen zur Kostenpflicht bestimmter Einsätze vorzunehmen. Das neue Landeskatastrophenschutzgesetz sehe zusätzliche Aufgaben im Bereich von Katastrophenschutzplänen, Lagerhaltung und Ablaufplänen vor.
Unterkreisführer Bernd Schirmer sagte, er sei gern gekommen, um die Wehr kennenzulernen, denn er sei erst seit dem 1. Januar 2026 im Amt. Sodann stellte er einige Termine und neue Lehrgänge vor.
Aussprache
Max Weiß kam auf seine Ankündigung zurück und zeigte erneut das Spannungsfeld rund um den Festplatz auf. Sämtliche Vorlagen an den Gemeinderat, behauptete er, seien rechtlich nicht zulässig gewesen. In der Offenlage des Bebauungsplans vom 24.11.25 habe er Einwendungen erhoben. Der ganze Zusammenhang des Umfelds – künftige Schule, Kindergarten, Sporthalle – sei nicht beachtet. Alternative Standorte seien nicht geprüft worden. Verkehrssicherheitsbezogene Planinhalte fehlten völlig. Er drohte, sollte der Bebauungsplan so verabschiedet werden, werde er Normenkontrollklage erheben.
Bürgermeister Bänziger wies die Vorwürfe zurück und entgegnete, es sei alles mit der Feuerwehr besprochen und abgestimmt worden. Verschiedene Standorte wurden geprüft. Natürlich wäre ein neuer Standort auf grüner Wiese besser, aber mit Kosten von 10-15 Mio. Euro einfach nicht machbar.

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