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Weingarten hat gewählt




Die Walzbachhalle war das Informationszentrum
Weingarten hat gewählt. Bürgermeister Eric Bänziger bleibt im Amt und hat sich mit 60,9 Prozent gegen seinen Herausforderer, den CDU-Fraktionsvorsitzenden Gerhard Fritscher, durchgesetzt, der 38,5 Prozent erreichte. Die Wahlbeteiligung lag bei 71,8 Prozent.
Ab 19:00 Uhr am Sonntagabend war die Walzbachhalle geöffnet und die Ergebnisse aus den einzelnen Wahlbezirken wurden nach und nach, so wie sie ausgezählt waren, auf die Leinwand übertragen. Waren es bei der Landtagswahl zu Beginn noch verhältnismäßig wenig Zuschauer, so steigerte sich das Interesse im Lauf des Abends kontinuierlich. Stehtische, Getränke und Knabbereien luden ein, sich auf einen langen Abend einzustellen. Nach beendeter Auszählung der 15 Weingartener Wahlbezirke zeigte das Ergebnis 33,2 Prozent der Erststimmen für die Grünen und 35,7 Prozent Zweitstimmen. In beiden Fällen lag die CDU mit 32,1 bzw. 27,9 Prozent dahinter.
Großes Interesse an der Bürgermeisterwahl
Ab 20:00 Uhr füllte sich die Halle deutlich, denn nun kam die spannendste Entscheidung des Abends: Die Bürgermeisterwahl. Um 20:15 Uhr lag das erste Ergebnis vor und zeigte 59,3 Prozent für Bänziger. Nach sechs Bezirken verfestigte sich das Ergebnis. Gerhard Fritscher hatte einen engagierten Wahlkampf betrieben mit zahlreichen Terminen, verließ die Walzbachhalle jedoch frühzeitig, nachdem er seinem Kontrahenten gratuliert hatte.
Weißer Rauch
Am Ende der Auszählung verkündete der Wahlausschussvorsitzende Timo Martin „weißen Rauch“. Er danke allen Wahlhelferinnen und Wahlhelfern für diesen Zählmarathon und verkündete ein „eindeutiges Ergebnis“: 60,9 Prozent für Bänziger, 38,5 Prozent für Fritscher. Im Gemeinderat habe es „den einen oder anderen Riss“ gegeben, der sich jetzt wieder glätten sollte. Dann bat er den Amtsinhaber auf die Bühne. Beifall kam auf.
Bänziger kam und wirkte sichtlich gelöst. „Mir fällt durchaus ein Stein vom Herzen“ gab er unumwunden zu. Jetzt stehe das Abstimmungsergebnis über Windkraft noch aus, aber man werde jetzt wieder nach vorne schauen und sich gemeinsam der sachlichen Arbeit im Gemeinderat zuwenden. Stutensees Oberbürgermeisterin Petra Becker war eine der ersten Gratulanten, auch Weinprinzessin Alexa war mit dabei.
Eine Mehrheit für Windkraft
Kurz darauf war auch das letzte Ergebnis klar: 3.382 Bürger hatten für die Verpachtung der gemeindeeigenen Flächen gestimmt, 2.506 dagegen. Das entspricht einem Anteil von 57,4 Prozent dafür und 42,6 Prozent dagegen. Die Wahlbeteiligung lag bei 71,9 Prozent. „Eine neunjährige Odyssee im Gemeinderat ist zu Ende“ stellte Timo Martin fest. „Wir sind alle froh, dass wir eine grunddemokratische Entscheidung getroffen haben“. Dennoch seien in Familien, Vereinen und Freundeskreisen tiefe Gräben und Verwerfungen entstanden. Diese wieder zuzuschütten sei keine leichte Aufgabe. Aber es werden noch lange keine Anlagen dort oben stehen. Zunächst müsse die Gemeinde ein passendes Angebot bekommen.
Abschließend dankte er dem Wahlausschuss für die konzentrierte Öffentlichkeitsarbeit mit Broschüre und zahlreichen Informationen.

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