Neuigkeiten
Wissenswertes über die Asiatische Hornisse

Der erste Nachweis einer Asiatischen Hornisse erfolgte 2014 in Waghäusel (nördlich von Karlsruhe). In Baden-Württemberg, dem Saarland, Rheinland-Pfalz, Hessen und Nordrhein-Westfalen ist sie bereits stark verbreitet. Begünstigt durch die Globalisierung und den Klimawandel breitet sich die aus Südostasien stammende Vespa velutina in Europa beständig aus.
Entwarnung: Asiatische Hornisse ist nicht gleich Asiatische Riesenhornisse
Bei der hier beschriebenen, nach Europa eingeschleppten Hornisse Vespa velutina handelt es nicht um die Riesenhornisse (Vespa mandarinia), die seit 2020 in den USA als „Honigbienenkillerin“ und gelegentlich (bei allergischen Reaktionen) auch für den Menschen gefährliche Art Schlagzeilen macht. Die Riesenhornisse Vespa mandarinia kommt in Deutschland nicht vor!
Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina) gehört wie die Europäische Hornisse (Vespa crabro), die Gemeine Wespe (Vespula vulgaris) oder die Deutsche Wespe (Vespula germanica) zu der Unterfamilie der „Echten Wespen“ (Vespinae). Vespa velutina ist etwas kleiner als die Europäische Hornisse und an dem dunkleren Körper und gelben Füßen von der rotbraun und gelben heimischen Art leicht zu unterscheiden.
Ihre Gründungsnester zur Staatenbildung bauen die Asiatischen Hornissen an ähnlichen Orten wie heimische Wespen, zum Beispiel in Rollladenkästen oder im Schuppen. Der Staat zieht jedoch im Hochsommer um, nun baut er sein sogenanntes Sekundärnest weit oben in den Baumwipfeln. Nach besonders warmen Wintern kann es sogar vorkommen, dass mit der Jungkönigin der Staat mit den Arbeiterinnen den Winter überlebt. Bei heimischen Wespen ist dies nicht der Fall ist.
Die Europäische Hornisse sowie die Asiatische Hornisse jagen alle Wespen, andere Insekten oder Spinnen. Sie fangen auch viele Honigbienen, da diese sehr häufig sind sowie Fliegen und Wildbienen. Eine Gefahr für die heimischen Insektenarten und die Imkerei stellt die Asiatische Hornisse durch ihre hohe Individuenzahl dar. Das heißt, ein Staat wird bis zu 2.000 Tieren groß, dagegen haben heimische Hornissen einen Staat mit bis zu 700 Individuen. Des Weiteren wurden in Frankreich und Spanien bereits Ernteverluste durch das Anknabbern von Früchten - vor allem Weintrauben - verzeichnet.
Die Asiatische Hornisse ist nicht aggressiver als die Europäische Hornisse. Sie greift Menschen auch nicht an, solange man sich dem Nest nicht zu sehr nähert. Vereinzelt gibt es jedoch Meldungen zu allergischen Reaktionen auf die Stiche.
Bisher besiedelt die Asiatische Hornisse erst rund ein Drittel des Bundesgebietes. Dennoch ist sie seit März 2025 offiziell eine etablierte Art. Das ist deswegen von praktischer Bedeutung, weil nun für Vespa velutina in Deutschland nicht mehr die gesetzlichen Vorgaben zur Früherkennung und Verhinderung der Ausbreitung gelten (Artikel 16 der EU-Verordnung zu invasiven Arten). Stattdessen greifen Maßnahmen zum Management einer etablierten Art (Artikel 19). Der größte Unterschied: Die Bekämpfungspflicht der Naturschutzbehörden fällt weg.
Was tun, wenn Sie eine Asiatische Hornisse entdecken?
Schritt 1: Sicherstellen, dass es sich wirklich um eine Asiatische Hornisse handelt*.
Schritt 2: Den Fund über die Meldeplattform der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg hier und über die Web-App von NABU|naturgucker hier melden.
(Zur leichteren Bestimmung enthält die App zahlreiche Bilder, auch von Verwechslungsarten wie Europäische Hornisse, Wespen und Wespenschwebfliegen.)
Schritt 3: Das Nest, wenn möglich, professionell entfernen lassen**. Als invasive Art ist die Asiatische Hornisse vom allgemeinen Schutz wildlebender Tiere (§39 Bundesnaturschutzgesetz) ausgeschlossen.
*Aufgrund des mangelnden Wissens über die Asiatische Hornisse gerät auch die heimische, besonders geschützte Europäische Hornisse zunehmend in Gefahr.
**Bitte versuchen Sie sich nicht selbst an einer Nestentfernung. Wenn man sich den Nestern auf zwei Meter oder weniger nähert, reagieren die Hornissen meist aggressiv. Bitte ziehen Sie unbedingt Experten zu Rate, die Kontaktdaten können meist über die Unteren Naturschutzbehörden, örtliche NABU-Gruppen oder Imkervereine erfragt werden.

Durch das Laden der Inhalte erhebt Facebook personenbezogene Daten und verarbeitet diese. Mehr dazu in der Datenschutzerklärung.
Für diese Funktion müssen weitere Cookies akzeptiert werden