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Kleines Konzert: Liebe und tue, was Du willst

Autor: Kay Leichsenring
Artikel vom 01.02.2019

Ruth Pfau, geboren 1929 in Leipzig, hat Medizin studiert und ging als Ärztin und Ordensschwester nach Pakistan, wo sie an Lepra erkrankte Menschen behandelte. Der christliche Glaube war die Kraft, die ihr Leben bestimmen sollte. Auszüge aus ihrer Schrift „Liebe und tue, was Du willst“, gelesen von Heidrun Strieder, waren Inhalt des „Kleinen Konzerts“, das in der Evangelischen Kirche zu hören war. Sie handelten von Religion als einem Grundbedürfnis des Menschen, vom Staunen vor der Schöpfung, vom Christentum als „Alltagsmission“. Reiko Emura am Flügel und Eberhard Blauth an der Querflöte hatten den Abend mit einem Rondo in e-Moll von Franz Xaver Mozart eröffnet, nun folgte eine Eigenkomposition der Pianistin und danach „drei Romanzen“ von Robert Schumann. Der erste und der dritte Teil werden lediglich mit „nicht schnell“ charakterisiert und sind in A-Moll geschrieben, während der mittlere Teil, „einfach, innig“ in A-Dur, in einem empfindsamen, berührenden Vortrag der beiden Musizierenden erklang. Die weiteren Texte behandelten Ruth Pfaus religiösen Lebensweg. Sie lasse sich von Gott führen. Gott habe das Leprabakterium erschaffen und sie wisse nicht warum, aber sie müsse das nicht verstehen. Gott sei unbegreiflich. Und wenn Gott schweige, sei es sein gutes Recht. Er pflege die nonverbale Kommunikation und die Lebensumstände des Menschen seien seine Antwort. Konkret wurde Ruth Pfau in dem Abschnitt „Gewalt entwaffnen“. Ein zwölfjähriger Junge bedrohte sie mit einem Gewehr, bereit zur Gewalt. Sehr eindrücklich vermittelt sie dem Leser, wie sie Gewalt mit Sanftmut und Empathie entwaffnet. Am Flügel intonierte Reiko Emura solistisch dazu Richard Wagners „Isoldes Liebestod“, schwermütig und melancholisch. Im letzten Textabschnitt spricht Ruth Pfau über „Freiheit“. Sie empfinde Freiheit als „Befreit sein“. Befreit von Konsum und materieller Last. Im Kloster bekomme sie eine Tasse Tee und ein Fladenbrot: „Was es gibt, nehme ich an und was ich nicht habe, kann mir die Stimmung nicht verderben. Mein Tun beruht auf christlicher Motivation. Armut ist der Weg zur Freiheit.“ Das Konzert endete mit der Sonatine op. 100, einer Komposition von Antonin Dvorak, stark und intensiv.