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Gemeinde Weingarten (Baden)

Abseits des Alltäglichen … … ist wirklich etwas Besonderes

Autor: Kay Leichsenring
Artikel vom 22.12.2018

Mit der außergewöhnlichen Reihe „Abseits des Alltäglichen“ hat der Ortsseniorenrat, federführend unter der Regie von Fritz Liebersbach und Margret Moussa gemeinsam mit Annette Liebersbach ein herausragendes Angebot für Senioren und andere geschaffen. „Es war unser Wunsch, älteren Menschen etwas zu geben, auf das sie sich freuen, das sie anregt und inspiriert“, sagte Liebersbach. „Sie sollen etwas sehen und hören, aber auch zueinander Kontakt und ins Gespräch finden.“ Und Margret Moussa ergänzte, sie machten die Arbeit gerne, denn sie fühlten, dass die Menschen Freude daran hätten.

An sieben Abenden waren die Besucher eingeladen, fremde Länder mit allen Sinnen zu erkunden: Alaska,  Norwegen, Japan,  Polen und andere. Am achten Abend stand das nahende Weihnachtsfest im Mittelpunkt.

„Wenn wir auf Dauer zehn bis 15 Besucher haben, können wir zufrieden sein“, hatten die beiden Organisatoren zu Anfang gesagt. Es kamen nicht nur zehn – mittlerweile waren konstant mehr als 30 Interessierte dem Angebot gefolgt. Damit reichten die  Stühle  in den für die Veranstaltungen bestens geeigneten Räumlichkeiten der Bahnhofstraße 3, nicht mehr aus, die Gemeinde half und schaffte weitere Stühle herbei.

Für den „Weihnachtsabend“ lagen bereits kurz nach der Ankündigung mehr als 50 Anmeldungen vor! Deshalb war die Erleichterung groß, als die Evangelische Kirchengemeinde sich spontan bereit erklärte, ihr Gemeindehaus zur Verfügung zu stellen.

 

Der Weihnachtsabend in aller Welt

Im weihnachtlich geschmückten Saal begrüßte der Vorsitzende des Ortsseniorenrates, Willi Reichert, die Gäste, darunter auch den Hausherrn Pfarrer Jochen Stähle, und dann warteten bereits Roland und Barbara Herrmann mit ihrer Veeh-Harfe. Die Veeh-Harfe, benannt nach ihrem Erfinder Hermann Veeh, ist ein Saitenzupfinstrument, das ohne Notenkenntnisse gespielt werden kann. Eigens für dieses Instrument wurde eine deutliche und einfache Notenschrift entwickelt, das Notenblatt kann zwischen Saiten und Resonanzkörper geschoben und somit die Noten direkt vom Blatt gespielt werden. Das Instrument ist für Senioren sehr gut geeignet und besticht mit einem wunderbar zarten, zauberhaften – und an diesem Abend wirklich weihnachtlichen -Klang. Insgesamt war es ein Abend voll Inspiration, Emotion, Information und Bildung sowie kulinarischer Abrundung vom Feinsten.

 

Eine Bilderreise

Nach einem Vorspann vom ersten Adventskranz aus dem „Rauhen Haus“ in Hamburg und dem größten Tannenbaum in Dortmund startete die Bilderfolge vom Beamer zur Reise „an Weihnachten rund um die Welt“ im verschneiten Hof des „Walk’schen Hauses“. Das Tor stand offen. Nun folgte eine lange Reise. ES Es ging nach Dresden, zu den Kunsthandwerkerpyramiden aus dem Erzgebirge. Nach Danzig zum Krantor. Nach Rom, gegründet von Romulus und Remus, und nach New York.

Margret Moussa hat 25 Jahre lang im Ausland gelebt, davon 17 Jahre in Ägypten. Aus diesen Jahren hat sie einen enormen Fundus an Wissen und Informationen, an Mythen und Erzählungen, an Anekdoten und Kuriositäten zusammengetragen, aus dem sie für diese Reihe unendlich viel schöpfen konnte. Ihre freie Rede war eine Verbindung von Fakten und Interpretationen, persönlich Erlebtem und objektiv Tatsächlichem. Manchmal tauchten Parallelen und Vergleiche zu Deutschland auf, manchmal auch ein geistlich-spiritueller Ansatz. Kurz: Es war vielseitig.

 

Geistige Inspiration durch Desiderata.

„Desiderata“ (wörtlich übersetzt: Die Lebensregel) ist ein Gedicht des Amerikaners Max Ehrmann aus dem Jahr 1927. Ehrmann war Anwalt und darum gesetzeskundig. Sein Text ist in Form von Gesetzen geschrieben und Liebersbach fand darin Inspiration und geistliche Impulse, die er den Zuhörern an diesem Abend nicht vorenthalten wollte. Die Strophen  waren ein weiterer Beitrag zu einem runden, stimmigen Adventsabend, jetzt unter geistlichem Aspekt.

Einen umfangreichen Anteil an Margret Moussas Berichten hatte das letzte Weihnachtsfest, das sie mit ihrem Mann und ihrem Sohn in Ägypten verbracht hatte vor der Rückkehr nach Deutschland. Sie verstand es, den Zauber dieses fernen Landes so nahezubringen und so lebendig zu vermitteln, dass die Zuhörer sich fühlten wie im Märchen. Und dann wurden diese Traumbilder tatsächlich Wirklichkeit. Während sie noch von den üppigen Märkten berichtete, in denen Gewürze, Mandeln, Nüsse und Honig gekauft und zu Lebkuchen verbacken wurden, arrangierte Annette Liebersbach im Foyer die gemeinsam vorbereiteten Häppchen. Nach einem herzlichen Danke an alle, die zum Gelingen der Veranstaltungsreihe und vor allem des Abends beigetragen hatten, war dies der passende und überragende Abschluss in Form eines Buffets mit kleinen Köstlichkeiten aus aller Welt. Einfach nur faszinierend.

http://www.weingarten-baden.de/index.php?id=29