Aktuelles: Gemeinde Weingarten (Baden)

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Ferienspaß 2019 in Weingarten

Autor: Vanessa Graf
Artikel vom 05.08.2019

Anglerverein

Ferienspaß auf dem Wasser

Mit den Fahrzeugen der Segelabteilung des Anglervereins

Sommer, Strand und Wassersport – fast wie Urlaub war es für 20 Weingartner Kinder, die einen Tag Ferienspaß bei der Abteilung „Segeln-Surfen-Kanu“ des Anglervereins genießen durften. Die Vereinsmitglieder Nicola Kling und Wolf Bipp leiteten die acht- bis 16jährigen an. Einige waren neu, die Mehrzahl dagegen hat schon in früheren Jahren an diesem Ferienspaß teilgenommen oder anderweitig Wassersport getrieben. „Wir haben einige „Optis“, kleine Schiffchen, die kippen nicht so leicht um“, erklärt Nicola Kling. Sie seien besonders für jüngere Kinder geeignet, die darin auch allein aufs Wasser dürften. „Allein“ bedeutet in diesem Fall keineswegs ohne Aufsicht. Mehrere Erwachsene und ältere Jugendliche haben das Treiben der jungen Gäste durchaus im Blick und für alle Fälle steht auch das DLRG bereit, das mit seinem schnellen Motorboot notfalls eingreifen könnte. Und selbstverständlich sind Schwimmwesten Pflicht. „Ohne Schwimmweste geht gar nichts“, machte Verena Hartmann den Kindern klar und suchte aus der großen Kiste die passenden Größen aus. An einigen ist eine Pfeife befestigt. Sie soll im Notfall bedient werden, aber auch wirklich nur im Notfall, machte Wolf Bipp deutlich.„Es ist auch ein Highlight, mit dem Motorboot mitfahren zu dürfen“, sagte Nicola Kling, aber darin gibt es nur wenig Plätze. So wechselten sich die Kinder ab: Einige durften die Kanus bewegen, in denen mehrere zugleich Platz fanden, andere Kajak fahren oder einfach Surfbretter zum Draufsetzen benutzen. „Der Umgang mit dem Segel ist beim Opti besonders leicht zu erlernen“, sagte Kling. „Sie sind mit der Pinne zu steuern und die Kinder lernen rasch, wie man das Segel in den Wind drehen muss, um vorwärts zu kommen. Wenn es nicht funktioniert, machen sie etwas falsch. Darum ist es ganz gut, dass wir heute konstant ein bisschen Wind haben“, ergänzte Verena Hartmann. Als alle da sind, werden die Boote zu Wasser gebracht und es geht los. Der Spaß beginnt.

 

 

Walzbachbad

Aktionstag im Freibad

„Pack die Badehose ein … “ hieß es am 29.07.2019 beim Ferienspaßprogramm der Gemeinde Weingarten. Für alle Besucher des Walzbachbades war an diesem Tag der Eintritt frei. Einen ganzen Tag lang konnten sich alle auf den vielen Wasser-Attraktionen wie Schwimmmatten, Schwimmreifen, Seepferdchen, Poolnudeln und Surfbrettern … austoben oder sich in der Ruhe-Zone auf der Grünfläche erholen.

 

 

Flurkultur

Ferienspaß auf dem Acker mit „Flurkultur“

Frisch „vom Acker in den Mund“ durften heute acht Ferienspaßkinder die Gartenfrüchte des Schulackers kennenlernen und verkosten. Nicht nur das. Sie lernten dabei reichlich viel über Samen, Pflanzen, Pflegen und Gartengeräte und erfuhren manche interessanten Tipps von Isabell Hauth, Projektleiterin des Vereins „flurkultur“ e.V., der diesen Schulgarten für die Turmbergschule angelegt hat und mit einigen Fünft- und Sechstklässlern als Arbeitsgemeinschaft betreut. „Wir wollten gerne beim Ferienspaß mitmachen“, erklärt Isabell Hauth, „denn die jetzigen Grundschüler werden später Schüler der Gemeinschaftsschule und dann ist es toll, wenn sie diesen Garten schon kennen“. Aber sie musste beileibe nicht bei null anfangen. Die Zeiten, in denen Kinder sagen, die Milch kommt aus der Tüte und die Kuh ist lila, scheinen offensichtlich vorbei zu sein. In der Kennenlernrunde sollte jedes Kind sein Lieblingsgemüse nennen. Für Salome, Fabian und David waren Karotten waren Spitzenreiter, Martha und Jara bevorzugten Tomaten, Mica und Sabine mochten am liebsten Paprika und Gustav Broccoli. Kleine Samen im Lupenglas zu erkennen war auch nicht schwierig, solange es gängige Samen waren wie beispielsweise Kresse, die jedes Kind im Kindergarten schon einmal ausgesät hat oder Paprika, die heute vielfach in der Küche verwendet wird. Die kleine Pflanzschaufel identifizierten die Kinder sofort, etwas unbekannter war ein länglich-schmales und ganz gerades Metallgerät. Es war ein Unkrautstecher. Eine Hacke war auch kein Problem, denn die Zähne der Hacke lockern den Boden. Dazu ergänzte Isabell: Durch das Hacken werden die Kapillarröhren im Boden aufgebrochen, was verhindere, dass das Wasser zu schnell abfließe. Somit könne der Boden  mehr Wasser aufnehmen, die Pflanzen könnten besser wachsen. Nach dieser kleinen Werkzeugkunde zeigte sie den Jungen und Mädchen die Beete. Sie versäumte nicht, darauf hinzuweisen, dass zu berücksichtigen sei, welche Pflanzen sich vertragen und welche nicht und dass platzsparenderweise zwischen die Reihen auch Kräuter gesät werden können. So stand passend bei den Tomaten gleich das Basilikum, „es fehlt nur der Mozzarella“, meinte sie augenzwinkernd. Sehr ordentlich gewachsen waren Mangold und Kohlrabi. Aber was war mit den Frühkartoffeln? Kraut und Stängel waren völlig braun. „Vertrocknet“ meinte ein Junge. „Nein“, meinte ein anderer, „wenn das Kraut verwelkt, sind die Kartoffeln reif.“ „Au ja, wir ernten“ freuten sich die Kinder. So sollte es auch sein, aber zunächst wartete noch Arbeit auf sie. „Wozu ist die Hacke gleich nochmal da?“ war jetzt die Frage und mit der Hacke kam auch das zweite Werkzeug zum Einsatz und in zwei Gruppen bearbeiteten die Kinder die Fläche, mühten sich mit dem Unkraut und lockerten den Boden. Am Ende gab es tatsächlich etwas zu ernten und sogleich zu schnabulieren.

 

 

Landfrauen

Wer kennt noch „Verheierte“?

„Kochen mit den Landfrauen“ ist ein Dauerbrenner im Ferienspaßprogramm und fast immer ausgebucht. Das Geheimnis liegt darin, dass stets Speisen gekocht werden, die Kinder gern mögen und die sie kennen. Dampfnudeln, Waffeln, Knäckebrot zum Beispiel. Dieses Mal war es anders.

Die Landfrauen wollten im Ferienspaß ein Stück heimatliche Tradition vermitteln

 „Verheierte“ stand auf dem Programm und das brachte lediglich fünf Anmeldungen. Die Landfrauen waren entsetzt und schwenkten um. Über die Restebörse auf der Homepage der Gemeinde wurde die Veranstaltung als „Überraschung“ angeboten und jetzt kamen 15 Kinder. Zubereitet werden sollten Schnitzel mit Pommes und Rohkostsalat. Aus Sicht der Landfrauen völlig richtig. Aus Sicht der Kinder auch. Aber das, was den Reiz der Sache ausgemacht hätte, war es nicht mehr. Nämlich Kinder von heute mit einem Traditionsgericht ihres Heimatortes bekannt zu machen. Sie in Omas Küche zu führen und ihnen zu erzählen, woher der Ausdruck „Verheierte“ stammt. Was für eine Bewandtnis es mit „arme“ und „reiche Verheierte“ hat und das Ganze mit einer kleinen Schilderung aus früherer Zeit ein bisschen anzureichern, wäre sicherlich auch auf Interesse gestoßen.

Aus der Not eine Tugend gemacht

Aber die Landfrauen wussten sich zu helfen. Sie machten aus der Not eine Tugend, riefen die Kinder zusammen und erzählten ihnen einfach, was sie vorgehabt hätten. Dass „Verheierte“ ein typisches Gericht sind, das man nur in Baden kennt: Kartoffelschnitze mit Spätzle, zusammen in der Brühe, mit geschmälzten Zwiebeln dazu und Fleischwurststückchen oder Wiener. Und was sind „arme“ und „reiche Verheierte“? Die „Reichen“, erklärte Christa Stichnoth, „basieren auf einer Fleischbrühe, die „Armen“ auf Gemüsebrühe“. Chiara hatte dafür eine Erklärung: „Fleisch war ja damals teuer.“ „Und Gemüse“, ergänzte Adrian, „hatte fast jeder im Garten“. „Feste Kartoffeln, die die Form behalten, müssen es sein“, wusste Alisa.

Mindestens zehn Kinder hatten schon zugesehen, wie Spätzle gemacht werden, entweder vom Brett geschabt oder mit dem Spätzlesdrücker. Auch die Frage, „Essen das nur Verheiratete?“ kam auf. Die Antwort wäre gewesen, dass eine gemeinsame Wohnung (in diesem Fall in einem Topf) früher nur für Verheiratete möglich war, aber das wurde nicht vertieft. „Verheierte“ sei ein Familienessen für alle, auch für junge Paare, es sei nicht erforderlich, dazu verheiratet zu sein. „Verheierte“ ist zwar aus dem gängigen Sprachgebrauch verschwunden, aber als Rezept im Internet auch unter diesem Namen durchaus noch auffindbar. Als am Ende eine der Landfrauen die Kinder fragte: „Wer von Euch hätte das denn gern gegessen?“ meldeten sich fast alle.