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Demenzprojekt 2012

Mittwoch, 25.01.2012

Altenpflegerin – wär das was für mich?

Fünf Wochen lang sind insgesamt 17 Mädchen der achten und neunten Klasse der Turmbergschule im Rahmen ihres Wahlfachs zur Berufsfindung „Gesundheit und Soziales“ mit demenzkranken und altersvergesslichen Menschen in Berührung gekommen.


Innerhalb dieses Fachs - daneben gibt es noch „Wirtschaft und Informationstechnik“ - hatten sie sich für den Themenbereich „Zusammenleben“ entschieden. Da „Zusammenleben“ unter anderem die verschiedenen Generationen betrifft, begann die ein Schulhalbjahr dauernde Praktikumseinheit mit einer mehrwöchigen Betätigung im Kindergarten und einer Grundschulklasse, setzte sich anschließend im Altenheim fort und endete schließlich in der Demenzgruppe.

Betreut wurden die Schülerinnen von Fachlehrerin Susanne Zeh und angeleitet von Schwester Beate Fischer, Expertin für Demenzarbeit in der Sozialstation Stutensee-Weingarten.

Stattgefunden hat das „Zusammenleben“ in der Begegnungsstätte des Hauses Edelberg in Weingarten für die „Mittwochsgruppe“, die „Montagsgruppe“ arbeitete in der Sozialstation in Blankenloch. „Der Umgang mit demenzkranken Menschen erfordert sehr viel Vorkenntnis über den Betreffenden und ebenso Einfühlungsvermögen“ erklärte Beate Fischer. Es gehe darum, dem Kranken individuell zu begegnen, dazu müsse seine Lebensgeschichte und sein Krankheitsstadium bekannt sein. Außerdem sei ein Ziel, sein Selbstwertgefühl zu heben.

Demente Menschen dürften nicht wie Kinder behandelt werden. Dass junge Mädchen, von denen die meisten erstmals mit solcher Erkrankung konfrontiert wurden, Scheu hatten, ist mehr als erklärlich. Darum sei zunächst der Abbau von Berührungsängsten im Vordergrund gestanden, berichteten Selina, Isabella und Kathrin. Sie hätten mit den alten Menschen zusammen Lieder gesungen, Puzzles gelegt und Mensch-ärgere-dich-nicht gespielt.

Beate Fischer habe ihnen gesagt, dass Überforderung alte Menschen aggressiv macht. Das hätten sie beim Puzzlespiel mitunter gemerkt, berichten Teilnehmerinnen. Persönliche Beziehungen seien nicht entstanden, vielmehr hatten sie bei jedem Besuch mit einem anderen Bewohner Kontakt. Die Tätigkeiten reichten vom gemeinsamen Teetrinken bis zu einer kleinen Massage mit dem Igelball. Rückblickend sagen etliche der Mädchen, sie hätten trotz der relativ kurzen Zeit einen Einblick bekommen in den nicht einfachen Umgang mit dementen und altersvergesslichen Menschen.

Ihre Beurteilungen reichen von sehr positiven Erfahrungen - „macht Spaß“ und „das sind ganz normale Menschen“ - bis zu dem ehrlichen Eingeständnis, sich nicht vorstellen zu können, diesen Beruf ein Leben lang Tag für Tag auszuüben.

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