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Volkstrauertag 2011

Dienstag, 15.11.2011

Der Toten gedenken und zum Frieden mahnen

Sehr würdevoll und beziehungsreich war die Gedenkfeier zum Volkstrauertag, die in Weingarten zum ersten Mal unter Beteiligung der Bundeswehr stattfand. Auf Anfrage der Gemeinde hatte sich eine Abordnung des ABC Abwehr-regiments 750 Baden beteiligt und...


Volkstrauertag 2011_2...zwei Ehrenposten gestellt. Zusammen mit vier Angehörigen der Freiwilligen Feuerwehr Weingarten legten die Soldaten Kränze nieder: an den Ehrengräbern und am Wartturm, zum Gedenken an die Opfer der Kriege und an die jüdischen Mitbürger. In der Kapelle eröffneten der Akkordeonspielring und der Gesangverein „Frohsinn“ die mehr als würdige Feier mit angemessen getragenen Beiträgen.

Bürgermeister Eric Bänziger erklärte den Tag als Erinnerung und Gedenken an die Toten der beiden Weltkriege und Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft aber auch des weltweiten Terrorismus und lenkte abschließend den Blick auf die Tagesaktualität der deutschen Soldaten im Einsatz am Hindukusch und im Kosovo.

Pfarrerin Bettina Fuhrmann rückte mehr die Gewalt in ihren weiteren Erscheinungsbildern in den Fokus. Längst nicht nur in Form von Krieg, sondern zunehmend auch im Alltag und in den Familien sei Gewalt zu finden. Aber Gewalt zerstöre das Miteinander einer Gesellschaft. Was könne jeder einzelne tun? Die Antwort lag in einem persönlichen Bekenntnis jedes Einzelnen, in Rückgrat und Verantwortung. Jesus Christus habe es gezeigt, das Leben sei stärker als der Tod und die Liebe stärker als der Krieg.

Der Vorsitzende des Sozialverbandes der Kriegsbeschädigten, Manfred Milch, sprach bei den Ehrengräbern. Er gedachte derer, die im Krieg gefallen waren und die wegen ihres Andersseins ermordet wurden. Der Mensch habe nichts daraus gelernt, bis heute werde in weiten Teilen der Welt Krieg geführt. Auch Deutschland sei an Militäreinsätzen beteiligt, in Somalia, im Jemen und in Afghanistan. Andererseits engagiere sich Deutschland im Mühen um Sicherheit und Freiheit dort, wo noch Unfreiheit herrsche. Gewalt zeige sich auch in Intoleranz und der Härte der täglichen Politik. Milch mahnte, nicht nachzulassen, sondern jeder müsse sich selbst um den Frieden bemühen. Mit einem hoffnungsvollen „Halleluja“ beendete der „Frohsinn“ die Feierstunde.


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