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Gründung Bürgerstiftung 2011

Donnerstag, 03.11.2011

Die Bürgerstiftung ist gegründet

Der Gedanke der vielen kleinen Schritte, die Großes bewirken können ist das Prinzip der Bürgerstiftung. Viele werden Mitglied und leisten einen Beitrag, um etwas Soziales, Kulturelles oder anderes Gutes zu fördern, das sonst so nicht gefördert würde.


Auch Weingarten hat jetzt eine Bürgerstiftung. Bürgermeister Eric Bänziger hatte die Idee aus Östringen mitgebracht und Professor Heinz Trauboth hatte die Initialzündung gegeben. Im April waren das Wesen und die Ziele der Stiftung in einer Informationsveranstaltung vorgstellt worden (wir berichteten), jetzt wurde der offizielle Gründungsakt vollzogen und die Stiftung für rechtskräftig erklärt. Regierungspräsident Rudolf Kühner überbrachte in einer Feierstunde der Vorsitzenden Charlotte Schulze die Urkunde.

Der junge Trompeter, Simon Höffele, mit einem ARD-Preis ausgezeichnet und bei den gerade zu Ende gegangenen „Weingartener Musiktagen“ aufgetreten, gestaltete die Feier mit einem bravourös vorgetragenen Trompetenstück und war somit, beispielgebend für ein Talent, das gefördert wird. „Weg vom Gutbürger, hin zur gemeinschaftlich orientierten Zivilgesellschaft“ definierte Kühner das Wesen einer Bürgerstiftung. Ihr Prinzip bestehe darin, „etwas für seine Mitmenschen zu tun, gemeinsam aktiv Zukunft zu gestalten, andere zu begeistern“. Es gehe darum, Projekte in Eigenverantwortung zu entwickeln. Kunst, Kultur, Wissenschaft und Sport brauchten solches Engagement. Die Idee der Bürgerstiftung sei zur Zeit attraktiv, Weingarten sei die 21. Bürgerstiftung in Baden-Württemerg. Ihr Erfolgsrezept beruhe auf einem Gegenentwurf zu sinkenden Staatseinnahmen und steigenden Privatvermögen. Bürgerstiftungen übernehmen Aufgaben, die der Staat nicht mehr leisten könne und seien lokal verwurzelt. Durch diese örtliche Ebene wirken sie der Globalisierung entgegen. Vertrauen begründeten die Bürgerstiftungen aus ihrer Nachhaltigkeit, denn das Kapital werde nicht angetastet, vielmehr solle es sich mehren. Es sei eine Investition in ein soziales Miteinander. 36 Weingartener Bürgerinnen und Bürger, einige Unternehmer, eine Bank und der Bürger- und Heimatverein sind in die Stiftung eingetreten und haben insgesamt 62 000 Euro Gründungskapital eingebracht.

Bänziger knüpfte an den Fränkischen Hof der Familie Trauboth an. Dieser sei ebenfalls Stiftung mit dem Zweck Kunst und Technik zu spielerischem Lernen zu verbinden. Die Ziele der Stiftung seien bewusst weit gefasst, um alle möglichen Interessen unterzubringen. Die Bürger könnten ab jetzt Projekte anbieten, die nach eingehender Prüfung durch das Kuratorium vielleicht Unterstützung fänden. Heute sei der formale rechtliche Rahmen geschaffen worden.

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