Gemeindenachrichten Montag, 31.10.2011 Tiergestützte Therapie in Weingarten „MuTiG“: Mensch und Tier in GemeinsachaftDie Friedrich-Wilhelm-Straße 59 in Weingarten ist die Geschäftsstelle für einen neugegründeten Verein mit dem eigenwilligen Namen „MuTig“. Petra Seitz ist Physiotherapeutin und arbeitet in einem Wohnheim...
... für behinderte Kinder in Karlsruhe. Eines Tages hat sie ihren Hund „Paul“, einen Labrador, mitgebracht. „Der Umgang des großen und äußerst sanftmütigen Hundes mit den Kindern war ein durchschlagender Erfolg“ berichtet sie begeistert.
„Ein spastisch verkrampftes Händchen ließ sich nicht lösen. Doch als der Hund mit seiner weichen Schnauze ganz sanft darüber fuhr, kam die Entspannung wie von selbst“. Oder ein introvertiertes, extrem verschlossenes Kind finde über den Hund zur Kommunikation.
Wieder ein anderes schmiege sich an den breiten Hunderücken und lerne, sich zu entspannen. Petra Seitz, die außer ihrem Hund auch noch ein Pferd besitzt und über Erfahrungen in therapeutischem Reiten verfügt, ging zu ihrem Chef und schlug ihm vor, tiergestützte Therapie als sozusagen „Außenangebot auf dem Land“ mit ins Programm aufzunehmen. „Solche Vorstellungen kannst Du am besten selbst verwirklichen“ entgegnete dieser und Petra Seitz packte an.
Mitstreiter aus dem Freundes- und Kollegenkreis, fast alle mit Erfahrungen aus heilenden und pflegenden Berufen, waren bald gefunden und das junge Team gründete den Verein „MuTiG“, was „Mensch und Tier in Gemeinschaft“ bedeutet. Das satzungsgemäße Ziel geht in Richtung Inklusion, die gemeinsame Betreuung behinderter und nicht behinderter Kinder.
Erste Aktivitäten waren bisher und sollen weiterhin „Aktionstage“ auf der Pferdekoppel „Am Graben“ sein, um ihren Verein bekannt zu machen und auf diese Weise Anfragen zu bekommen. „Der erste Aktionstag war gut besucht“ berichtet Petra Seitz.
Das Angebot des Vereins umfasst Therapiestunden mit dem Pferd oder mit „Paul“. Es soll Kurzzeitunterbringung für Kinder und Erwachsene bieten, deren pflegende Angehörige eine Auszeit brauchen. Langfristig sollen eine Begegnungsstätte für behinderte und nicht behinderte Menschen und eine Kindertagesstätte dazukommen.
Finanziert werden könnten solche Aufenthalte der Patienten über die „Verhinderungspflege“ der Pflegekassen. Aber noch ist das Zukunftsmusik. „MuTiG“ steckt noch in den Anfängen und braucht Unterstützung. Zuallererst in Form von geeigneten Räumlichkeiten. Der größte Wunsch wäre ein Objekt, in dem Hund, Pferd und Menschen zusammen unterkommen könnten.
Für den Anfang genüge auch eine Halle oder zumindest eine Überdachung, um die Therapiestunden wetterunabhängig durchführen zu können. Nähere Informationen über den Verein gibt es unter www.mutig-ev.de. Seitenanfang | Seite drucken |