Gemeindenachrichten Montag, 31.10.2011 Die Schulkindbetreuung in Weingarten ist ein komplexes AngebotVon außen ein schlichtes hölzernes Hoftor, innen das „Haus Kunterbunt“: Das Anwesen in der Bahnhofstraße 3 ist seit einigen Jahren ein Haus für Kinder geworden. Hier befindet sich die Schulkindbetreuung der Gemeinde,...
...die von Eltern in verschiedenen Modulen in Anspruch genommen werden kann.
Über eine Treppe von der Rückseite des Gebäudes erschließt sich eine Wohnung in freundlicher und gemütlicher Atmosphäre. Hier finden Kinder im Grundschulalter eine Anlaufstelle für die Zeit zwischen Schule und Zuhause. Geöffnet ist am Morgen von 7 bis 8.30 Uhr, am Nachmittag von 12.15 bis 17.15 Uhr. Die Zeit dazwischen wird von der Schule als „verlässliche Grundschule“ abgedeckt. Schüler ab der 5. Klasse werden über die Ganztagesschule betreut. Das Mittagessen nehmen die Kinder in der Schulmensa zu sich.
Acht Betreuerinnen kümmern sich im Schichtsystem um insgesamt 117 angemeldete Kinder. Die Leiterin ist Veronika Peters-Blauth, ihre Mitarbeiterinnen sind: Inge Stieler, Renate Lehmann, Marlene Leiste, Gabriele Fornoff, Rita Wölfel, Sina Kohlberger und Simon Kühn, der einen Bundesfreiwilligendienst ableistet. „Wir sind hochgradig flexibel“ sagt Veronika Peters-Blauth. „Die Eltern können ihre Kinder tage- oder sogar stundenweise anmelden. Das läuft über das Rathaus.“ In einem Protokollbuch dokumentieren die Betreuerinnen alles, was bei jedem einzelnen Kind über die „normale Anwesenheit“ hinausgeht.
Am Montag beginnt der Tag mit „Singen mit Sina“. Sina Kohlenberger und Gabriele Fornoff haben jetzt „Dienst“. Es ist 7.30 Uhr. Rund 15 Kinder sind da. In der Diele der ehemaligen Wohnung steht ein großer Tisch. Hier ist der zentrale Aufenthaltsraum: hell, warm, heimelig. Sina Kohlenberger schneidet Äpfel in Schnitzchen, bietet sie den Kindern an. „Manche wollen noch ein bisschen frühstücken“, sagt Gabriele Fornoff, „andere gucken sich ein Buch an, malen oder basteln etwas Kleines“. Es ist eher still, nicht die richtige Zeit, größere Aktivitäten anzufangen, das wird am Nachmittag gemacht. Ein Wecker klingelt und zeigt an, wann „die erste Stunde“ gehen muss. Gegen 7.50 Uhr versammeln sich alle, die erst zur zweiten Stunde Schule haben, im Spielzimmer. Simon Kühn hat mit vielen Decken auf dem Boden eine kuschelige Atmosphäre geschaffen. Sina greift zu ihrer Gitarre, setzt sich in die Ecke und fängt an zu singen. „Ausschließlich Lieder zum Mitsingen“ sagt sie. „Singen macht Spaß, verbindet, löst Gefühle, die sich dadurch ausdrücken lassen. Singen ist ein direkter Weg zum Kind.“ Nach dem Singen ist Zeit für eine gemeinsame Aussprache, beispielsweise über Verhalten, Regeln, Seelenzustände.
Der Nachmittag verläuft ganz anders. Wer um 12.15 Uhr von der Schule kommt, darf erst mal spielen. Um 13 Uhr ist Essenszeit, danach zunächst „Austoben“ auf dem Schulhof angesagt bis es um 14 Uhr Zeit ist für die Hausaufgaben. Dazu stehen im „Hausaufgabenzimmer“ Plätze zur Verfügung, die Betreuerinnen achten auf die sorgfältige Erledigung. Regelmäßig halten sie Kontakt zu den Eltern, das Bindeglied zur Schule ist die Kooperationslehrerin Miriam Stark. Um 15.30 Uhr sollten die Hausaufgaben beendet sein, es gibt eine kleine Stärkung in Form von Obst, Keksen, Tee oder Saft, danach folgt ein zeitlich umfangreicheres Aktivangebot. Eine Besonderheit ist der Freitag: Dann werden keine Hausaufgaben gemacht, sondern ein „Aktionstag“. Dieser steht meist unter einem bestimmten Thema, berichtet Veronika Peters-Blauth. Beispielsweise etwas größeres Basteln oder ein Gruppenspiel, Spaziergang und mehr. Aktuell befasst sich der Freitag mit dem Herbst, seinen Stimmungen, Licht und Dunkelheit.
Die Schulkindbetreuung soll einerseits ein Ausgleich zur Schule sein, andererseits ein Lebensraum mit Regeln, Ritualen und einem strukturierten Tag, der dem Kind Halt und Orientierung gibt.
Über die Kosten der verschiedenen Angebote, Fördermöglichkeiten und mehr gibt der stellvertretende Hauptamtsleiter Mario Illmann unter der Telefonnummer 7020-13 Auskunft.
Seitenanfang | Seite drucken |