Gemeindenachrichten Donnerstag, 15.09.2011 „Geht Dir Rat aus, geh ins Rathaus“, lautet die Inschrift auf dem Weingartener Rathaus.Tatsächlich ist Ihr Rathaus ein modernes Dienstleistungs-zentrum, in dem freundliche und kompetente Ansprechpartner Ihnen in Ihren persönlichen Angelegenheiten als Bürger Auskunft geben und weiterhelfen können.
Darüber hinaus erfordert die Verwaltung einer knapp 10.000 Einwohner großen Kommune einen Stab von qualfizierten Mitarbeitern in verschiedenen Sachgebieten. Wir laden Sie ein zu einem Besuch im Rathaus und werden Ihnen an dieser Stelle in lockerer Reihenfolge die dort arbeitenden Menschen und deren jeweiliges Aufgabengebiet vorstellen.
Der Bauhof
Um 6.15 Uhr beginnt für Rüdiger Fetzner der Tag. Der Leiter des Weingartner Bauhofs betritt sein Büro in der verlängerten Kanalstraße, schaltet den PC an und schaut, was für diesen Tag auf dem Programm steht. Verschiedene Excel-Tabellen gliedern die regelmäßig anfallenden Arbeiten je nach Häufigkeit in täglich, wöchentlich, monatlich, jährlich. Zu den täglichen Arbeiten gehört beispielsweise die Kontrolle der Baustellen, wöchentlich werden die Spielplätze kontrolliert, die Treppen gereinigt, die Fahrzeuge gepflegt, die Plakatierung der Veranstaltungen kontrolliert, um nur einige zu nennen. An Baustellen fallen in erster Linie die Straßenreparaturen bei Frostaufbrüchen und die Reparaturen der Geh- und Radwege an.
Fetzner schaut, „was los ist“ und beginnt, die Teams einzuteilen. Um 6.45 treffen die Männer am Arbeitsplatz ein, dann muss jeder wissen, was er zu tun hat. Vor allem sieht der Leiter des Bauhofs aber auch die e-mails aus dem Bürgerbüro, das die eingehenden Meldungen der Bürger an ihn weiterleitet: eine tote Katze wegräumen, Glasscherben wegfegen, einen verstopften Gully reinigen, eine defekte Straßenlaterne wieder zum Leuchten bringen und ähnliches. Seit der Einrichtung des Bürgerbüros registriert er eine Zunahme dieser Meldungen um 200 Prozent. Dazu kommen Anrufe der Polizei oder der Feuerwehr, Schäden von Unwettern oder Spuren von Vandalismus seien zu beseitigen. Diese Dinge müssen je nach Dringlichkeit in die laufenden Arbeiten mit hineingenommen und sozusagen „nebenbei“ mit erledigt werden.
Zusätzlich zu aller praktischen Arbeit erfolgt die Zeiterfassung der geleisteten Mann-Stunden für die Lohnabrechnung.
Aber ein Faktor wirft jeden Plan über den Haufen: wenn es über Nacht dick geschneit hat. Dann muss um 6 Uhr der Schneeschieber fahren, egal, was sonst vorgesehen war. Natürlich auch das nach Plan: Hauptstraßen und Kreuzungen zuerst, Nebenstraßen und Wohngebiete später. Ohnehin sind bei den meisten Arbeiten andere Belange mit zu berücksichtigen: Heckenschneiden möglichst nicht zur Brutzeit der Vögel, lärmende Arbeiten möglichst nicht früh am Morgen, eine Baustelle nicht gerade dann einrichten, wenn gleichzeitig Veranstaltungen mit hohem Verkehrsaufkommen erwartet werden.
Zwei Mann und ein Fahrzeug bilden eine Kolonne. Der Bauhofleiter vergibt die Arbeiten. Auch hier sind Fähigkeiten zu beachten: nicht jeder kann jedes Fahrzeug fahren und eine Gruppe von Schülern mit Ferienjobs schickt man am besten zum Unkrautrupfen, weil da nichts passieren kann. Er geht selbst mit auf die Baustelle und erklärt den Männer, was wie und wie weit zu tun ist. Um 8 Uhr geht er ins Rathaus, um die Meldezettel in Sachen „Sicherheitsmängel“ derjenigen Bürger abzuholen, die keine e-mail schreiben, und zur täglichen Besprechung mit dem Ortsbauamt. Größere Arbeiten teilt das Ortsbauamt ein, über Kleinbaustellen entscheidet er selbst.
Seit Januar ist die „Abteilung Grünanlagen“ dem Bauhof angegliedert. Pino Tilocca ist der Gärtner, in dessen Zuständigkeit hauptsächlich Gießen, Mähen und Entgrasen fällt. Häufig sieht man ihn im Dorf mit einem kleinen Pritschenwagen mit Tank die Blumenkübel bewässern. 99 Geranienkästen hängen allein am Walzbach entlang, dazu kommen eine Anzahl große Kübel. Die Verkehrsinseln brauchen mittlerweile praktisch nicht mehr gepflegt zu werden. Einmal im Jahr im Winter müssen die Bäume geschnitten und ab und zu eine überalterte Hecke auf Vordermann gebracht werden.
Tino Tettei verrichtet im Grunde die gleichen Arbeiten auf den öffentlichen Grünflächen des Friedhofs und assistiert außerdem bei Beerdigungen.
Die Arbeit des Bauhofs ist eng an den Menschen und ihren aktuellen Bedürfnissen orientiert und nicht immer ist Rüdiger Fetzner Herr seiner Zeit. Trotzdem muss er seinen Excel-Plan einhalten. Das erfordert Organisationstalent. Seitenanfang | Seite drucken |