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Jagdhornbläserfest_Bretten

Dienstag, 28.06.2011

Viel Stimmung beim Jagdhornbläserfest

Freundliche Sonnenstrahlen waren in diesem Jahr der positive Stimmungsträger für das gelungene Fest der Jagdhornbläser. Jedes zweite Jahr veranstalten die Jagdhornbläser „Waidmannsheil“ im Gelände des Kleintierzuchtvereins ein Jagdhornbläsertreffen befreundeter Gruppen.


Die typischen Klänge dieses Instruments – konzertante und jagdliche Stücke waren zu hören – im Verbund mit einem rustikalen Ambiente unter dem grünen Blätterdach verleihen dem Fest stets seine ihm eigene, naturnahe Atmosphäre. So war auch in diesem Jahr der Zulauf überaus gut, zumal der Vorsitzende Werner Mumbauer zusätzliche Attraktionen eingeladen hatte. Am Samstagabend war der Holzsäger Karl Blattmann aus Weisweil bei Freiburg mit seiner Motorsäge auf dem Gelände. Mit faszinierender Gewandtheit verstand es der Künstler, eine ganz normale Motorsäge zu handhaben als wäre sie ein handliches Schnitzmesser. Binnen kurzer Zeit entstanden aus einer Reihe bereit gestellter Douglasienstämmchen Tiere aller Art. Adler, Eulen, Eichhörnchen und vieles mehr wuchsen aus dem Holz heraus, das im unteren Drittel als Klotz belassen wurde. Die filigrane und ausdrucksvolle Ausarbeitung wurde vielfach bewundert und stieß nicht nur auf das Interesse der Gäste und zufällig Vorbeikommenden, sondern fand auch zahlreiche Abnehmer. Den musikalischen Teil bestritt an diesem Abend der gastgebende Verein selbst mit Märschen und konzertanten Stücken.

Vier befreundete Gruppen gestalteten den Sonntag mit ansprechenden Klängen. Es spielten die Jagdhornbläsergruppe Mühlacker, die Jagdhornbläsergruppe des Reitervereins Eggenstein, die Bläsergruppe Hegering 2 aus Bretten und eine Zusammenstellung von Bläsern aus verschiedenen Gruppen unter dem Namen „Markgraf von Baden“. Der Vorsitzende von „Waidmannsheil“, Werner Mumbauer, informierte über die einzelnen Gruppen, erläuterte Besonderheiten von B- und Es-Hörnern und benannte die einzelnen Stücke. Höhepunkt dieser musikalisch-künstlerischen und informativen Beiträge war der Auftritt des Alphornbläsers Dr. Ingo Dorn, Hornmeister der Jagdhornbläsergruppe Schloss Fußgönheim.

Soweit die musikalische Seite des Jagens.

Jagdhornbläserfest_GruppeDie andere Seite beleuchtete der Jäger Rudolf Manz von der Kreisjägervereinigung. Er hatte seinen Jagdfalken Amily mitgebracht, einen amerikanischen „Harris Hawk“. Höchst anschaulich erzählte er den zahlreichen Umstehenden von der Kaninchenjagd. „Jagd ist eine Teamarbeit“ erklärte Manz. Er veranstalte kein Schaufliegen, sondern er gehöre zur Greifvogelauffangstation Karlsdorf und er und seine Kollegen betreiben ausschließlich Jagd. Frühmorgens oder in der Abenddämmerung geht er mit dem Vogel, seinem Hund und den beiden Frettchen an den Waldrand. Der Hund stöbert die Kaninchen auf und macht den Bau ausfindig. Die Frettchen schlüpfen hinein und treiben die Kaninchen heraus, die der Vogel schlägt. Mit seinen starken und nadelscharfen Fängen tötet er das Tier und überlässt es seinem Herrn.

Und dann läuft ein immer gleiches Ritual ab. Manz prüft das Tier, bricht es auf und als erstes erhält der Bussard Herz und Lunge. Ein Stück Leber legt er auf seine Faust und der Bussard kehrt auf die Faust zurück, frisst die Leber und der Rest des Kaninchens verschwindet in der Jagdtasche. Neben diesen hochinteressanten Erzählungen hatte Manz das „Lernort-Natur-Mobil“ der Kreisjägervereinigung dabei, einen rollenden Schaukasten mit zahlreichen Präparaten von Raubvögeln und Kleinraubtieren des Waldes. Dachs, Fuchs und Waschbär, Iltis, Wiesel und Steinmarder, Mäusebussard, Habicht, Schleiereule und mehr gaben sich ein Stelldichein. Steinmarder gehören zu den ältesten „Kulturfolgern“ und hausten schon im Mittelalter inmitten der Städte und Dörfer in Scheunen und auf Dachböden. Sei der Habicht eher selten zu sehen, berichtete Manz, so sei der Bussard häufig an Feldern nahe an Verkehrsstraßen zu beobachten. Der Grund: Ein Habicht ist ausschließlich ein Lebendfresser, der Bussard dagegen auch ein Aasfresser, der wartet, bis ein Tier auf der Straße überfahren wird.

Rudolf Manz lädt Schulklassen und Kindergärten ein, das „Lernort-Natur-Mobil“ zu besuchen. Kontakt gibt es im Internet auf der Adresse der Jägervereinigung Bruchsal. Allerdings ist eine Zusage nicht selbstverständlich, denn die Nachfrage ist sehr groß.


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