Gemeindenachrichten Mittwoch, 22.06.2011 50. Jubiläum des Behinderten- und Rehabilitationssportvereins WeingartenStilvolle Feier in der Kleiberit-Arena - Der Behinderten- und Rehabilitationssportverein Weingarten feierte am Sonntag sein 50. Jubiläum. In einer kleinen aber feinen Feierstunde sprach der Vorsitzende Witolf Steglich...
...von einer „langen aber nicht immer einfachen Strecke“ bis zu diesem Tag, aber er habe unter seinen Mitstreitern stets „Zusammenhalt und Treue zur Sache verspürt“, sie hätten eine vorbildliche Leistung, Verantwortung und Pflichtgefühl gezeigt und dem Verein zum Erfolg verholfen. Seinen Vorstandsmitgliedern und Übungsleitern dankte er „für ihre unermüdliche Einsatzbereitschaft“. Bürgermeister Eric Bänziger lobte in seinem Grußwort die Verdienste des Vereins, der heute ein fester Bestandteil der Gemeinde Weingarten geworden sei. Sportliche Betätigung helfe nicht nur fit zu bleiben, sondern erhalte auch das Selbstbewusstsein im Alltag und das Vertrauen in die eigene körperliche Leistung.
Auch Vereinssprecher Klaus Goerke würdigte die Verdienste des Sportvereins in humorvollen Worten.
Das „Turmberg-Trio“ bestehend aus dem Sänger Helmut Seidel, dem Zitherspieler Erich Meier und seiner Enkelin Sandra Giep am Akkordeon spielte bekannte und beliebte Melodien zur festlichen Umrahmung.
Ein tiefsinniger Text, vorgetragen von Margret Moussa, lenkte den Blick auf die Philosophie positiven Denkens.
Eine ausliegende Festschrift, zusammengestellt von Witolf Steglich und Margret Moussa, gab einen Rückblick auf den Werdegang des Vereins bis heute. Im April 1961 ging der Verein auf Betreiben des damaligen Vorsitzenden der Ortsgruppe des Verbands der Kriegsbeschädigten, Paul Hambsch, als Unterabteilung daraus hervor. An der Gründungsversammlung im April 1961 nahmen teil: Alois Görner, Stefan Grossar, Erwin Hermann, Kurt Jäckel, Benjamin Metzger, Richard Ringwald, Heinrich Russel, Georg Schwarz und Karl Schwerdle.
Schon damals waren die vorhandenen Räumlichkeiten beengt, der Verein teilte sich mit dem TSV die Schulsporthalle und fuhr zum Schwimmen nach Karlsruhe. Diese Umstände ließen nach einem anfänglich guten Start die Mitgliederzahlen etwas zurückgehen, bis mit dem Bau der Walzbachhalle der Verein neu belebt wurde. Mit der Fertigstellung der Walzbachhalle konnte der Verein seinen Raumbedarf für Übungsstunden decken und betrieb künftig Wassergymnastik im Hallenbad in Spöck. Wenig später fand er sich mit gleichartigen Vereinen zu einer überörtlichen Zusammenarbeit zusammen und nahm an regionalen Turnieren teil. Von 1968 bis 1989 leitete Eugen Sautter den Verein als Vorsitzender und entwarf das Vereinswappen, das ab 1970 den ersten Satz Trikots in den Vereinsfarben Grün-Weiß zieren sollte. Sautters Vorgänger war Richard Ringwald, seine Nachfolger Robert Ewinger von 1989 bis 1991, Richard Sebold von 1992 bis 2003, seit 2003 ist Witolf Steglich im Amt.
2009 nahm eine Herzsportgruppe als dritte Kraft im Verein die Übungsstunden auf und damit war die Öffnung nach außen vollends vollzogen. Das schlug sich auch in der Namensgebung nieder: 1989 erfolgte die erste Umbenennung in „Behindertensportverein“. Der Verein war von nun an selbständig unter dem Dachverband des Badischen Behindertensportverbandes und des Badischen Sportbundes. Im Jahr 2010 beschloss die Generalversammlung die Umänderung in „Behinderten- und Rehabilitationssportverein Weingarten“. Mit seinem Angebot versucht der Verein, alle zu erreichen, die sich in einem „normalen“ Sportverein aus verschiedensten Gründen überfordert fühlen, sich aber trotzdem fit halten wollen.
Richard Geggus und Evelyn Baumann leiten die wöchentlichen Übungsstunden, die mit wöchentlicher Wassergymnastik abwechseln. Vorwiegend sind die Teilnehmer ältere Männer, die ihr Berufsleben hinter sich haben, ihr Leben lang ihren Mann gestanden sind und jetzt nicht einrosten wollen. Die Übungen sind leicht, abwechslungsreich und beziehen alle Körperpartien mit ein. Sie halten die Gelenke beweglich, beanspruchen die Muskulatur und auch das Gehirn. „Wir trainieren die Wirbelsäule, die Koordination und ab und zu gibt es eine Denksportaufgabe“ sagt Evelyn Baumann. Zum Behinderten- und Rehabilitationssportverein kommen Menschen, die nach einem Unfall eine Rehaphase absolvieren, mit Bandscheibenschäden, mit künstlichen Hüftgelenken oder ähnlichen – auch vorübergehenden – Einschränkungen. Von großer Bedeutung ist daneben das gesellige Beisammensein, das sich in Ausflügen, Familiennachmittagen und verschiedenen Feiern oder geselligen Zusammenkünften ausdrückt.
Neben dieser Entstehungsgeschichte enthielt die Festschrift weitere Grußworte:
Der Präsident des Badischen Behinderten- und Rehabilitationssportverbands, Erwin Grom, bescheinigte dem Verein „mit Erfolg mit neuen Wegen auf neue Ziele zugegangen zu sein und sich zeitgemäßen Problemen geöffnet zu haben. Der Präsident des Badischen Sportbunds Nord lobte die Breite des Angebots und hob besonders für behinderte Menschen den Stellenwert einer gemeinsamen sportlichen Betätigung hervor und Bürgermeister a. D. Klaus-Dieter Scholz wies ebenfalls darauf hin, dass in diesem Zusammenschluss von Versehrten, Behinderten und Senioren jeder willkommen sei.
Die Jubiläumsfeier zum 50. Bestehen der Behinderten- und Rehabilitationssportvereins Weingarten nahm der Vorsitzende Witolf Steglich zum Anlass, „danke“ zu sagen. Zunächst dankte er dem Ehrenvorsitzenden Eugen Sautter. Sautter war von 1968 bis 1989 Vorsitzender des Behindertensportvereins und von 1969 bis 2003 Vorsitzender der Weingartener Ortsgruppe des Verbands der Kriegsbeschädigten (VdK). Unter seinem Vorgänger Paul Hambsch war 1961 die Versehrtensportgruppe als Unterabteilung des VdK gegründet worden.
Ferner dankte Steglich dem einzigen noch lebenden Gründungsmitglied der Sportgruppe, Karl Schwerdle. Schwerdle legte 1961 als erster Übungsleiter des Vereins in der Sportschule Grünwald bei München die Übungsleiterprüfung für Behindertensport ab. Richard Geggus trat 1976 in den Verein, wurde zwei Jahre später Kassier und ist seit 1981 bis heute Übungsleiter. Über 30 Jahre habe Geggus dem Behindertensportverein seine Arbeitskraft, seine Fähigkeiten und Erfahrungen zukommen lassen, sagte Steglich, dafür danke er ihm. Nicht zuletzt dankte er Margret Moussa für die ausdauernde und akribische Mitarbeit an der Festschrift. Seitenanfang | Seite drucken |