Gemeindenachrichten Donnerstag, 09.06.2011 Eigene Klärschlammpresse und günstigerer StromvertragNachdem wir bereits vor zwei Wochen von einer Testphase berichtet hatten, während der auf der Verbandskläranlage mehrere Schlammentwässerungsanlagen erprobt wurden, hat Betriebsleiter Harald Schumacher die Testreihe abgeschlossen und die Ergebnisse ausgewertet.
Auf der Basis dieser Auswertung hat der Abwasserverband „Am Walzbach“ in seiner jüngsten Sitzung einstimmig entschieden.
Ausgangspunkt waren die Überlegungen der Gemeindeverwaltung, eine eigene Schlammpresse anzuschaffen, sowohl um den laufenden Betrieb gleichmäßiger auszulasten, als auch erhebliche Einsparungen zu erzielen. Schumacher hat drei Modelle verschiedener Hersteller nach bestimmten Parametern getestet: Investitionskosten, Strom- und Wasserverbrauch, Verbrauch an Flockungshilfsmitteln, Durchlaufzeit, Personalaufwand, Reiningungsgrad des Filtratwassers und Gehalt an Trockenmasse.
In nahezu allen Bereichen bis auf Stromverbrauch schnitt die Zentrifuge am Besten ab. Das Gerät ist kompakt, hat wenige Verschleißteile und einen geringen Personalaufwand. Der etwas höhere Energieverbrauch sei durch die hohe Durchsatzleistung und der Austragungs-Trockensubstanz gerechtfertigt. Die Klärschlammtrocknung im Eigenbetrieb werde dem Verband jährlich knapp 50.000 Euro einsparen, so dass von einer Amortisation in gut vier Jahren ausgegangen werden könne, erklärte Bürgermeister Bänziger. Die Gemeinderäte beider Verbandsmitglieder stimmten der Anschaffung einstimmig zu. Im Wirtschaftsplan sind dafür 250.000 Euro eingestellt. Ein Ingenieurbüro wird die Ausschreibungsunterlagen erstellen. Die Maschine soll im Januar 2012 den Start gehen.
Der Verbandsvorsitzende, Weingartens Bürgermeister Eric Bänziger, hat den bestehenden Stromlieferungsvertrag mit der EnBW neu verhandelt und neue Konditionen ausgehandelt. Danach gilt ab 1. Januar 2012 bis 31.12.2014 ein Durchschnittspreis von 6,96 Cent / Kwh netto. Das entspricht einer Einsparung gegenüber dem bestehenden Strompreis von fast 30 Prozent. Werden allerdings gestiegene Abgaben, unter anderem nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) wieder dazugerechnet, so bleibt dennoch ein Preisvorteil von 16,5 % brutto, was einer jährlichen Einsparung von 36.500 Euro entspricht. Da die EnBW dieses günstige Angebot nur bis zum 31.03.2011 aufrecht erhalten hat, war eine Eilentscheidung nötig. Der Verbandsvorsitzende hat sich mit seinem Stellvertreter, Bürgermeister Karl-Heinz Burgey aus Walzbachtal, verständigt und zugegriffen. Die Versammlung hat den Vertragsabschluss nachträglich genehmigt.
Kämmerer Norbert Bittner legte der Versammlung den Zwischenbericht über die bisherigen Einnahmen und Ausgaben in 2011 vor. Danach sind bisher Stromkosten in Höhe von 20.000 € mehr als erwartet angefallen, die im EEG begründet sind. Die Abwasserabgabe dagegen beträgt 7.000 € weniger. Im Vermögensplan ist als größere Investition die Anschaffung einer Schlammpresse in Höhe von 250.000 € vorgesehen. Diese und die laufende Schuldentilgung werden aus Deckungsmitteln der Jahre 2010 und 2011 finanziert. „Die Strompreissteigerung wird uns noch einige Jahre beschäftigen“ meinte Bürgermeister Bänziger und schlug vor, nach Möglichkeiten zu suchen, den Stromverbrauch zu reduzieren. Er sei dementsprechend mit der Energieagentur des Landkreises in Kontakt.
Aufgrund der in 2010 durchgeführten Betonsanierung der Kläranlage, der Unterhaltungskosten der Hebewerke, der erhöhten Stromkosten und der Abwasserabgabe muss die Umlage neu festgesetzt werden. Das ergibt gegenüber der bisherigen Umlage eine hohe Nachforderung von 145.190 €, die von den beiden Verbandsgemeinden je zur Hälfte zu zahlen ist. Die Versammlung stimmte dem einstimmig zu.
Der Verbandsvorsitzende Bürgermeister Eric Bänziger und sein Stellvertreter, Bürgermeister Karl-Heinz Burgey, wurden einstimmig für die Dauer von 6 Jahren wiedergewählt. Seitenanfang | Seite drucken |