Gemeindenachrichten Mittwoch, 08.06.2011 Reit-, Fahr- und Zuchtverein richtete sein 62. Reit- und Springturnier ausPferde, Springen, Jagdhornbläser… - Eine Attraktion für aktive Pferdesportler, eine interessante Plattform für Pferdeliebhaber und Freizeitreiter und ein unterhaltsames Event für jedermann – ...
...kurz, ein Ereignis „bei dem was los ist“, – das ist das Reit- und Springturnier, das der Weingartener Reit-, Fahr- und Zuchtverein zum 62. Mal ausgerichtet hat.
Seit Jahren steht das Wochenende vor Pfingsten, beginnend mit dem Donnerstag Christi Himmelfahrt, ganz im Zeichen des Pferdes. Auf dem großen Wiesengelände zwischen Lärchenweg und der L 559 weisen Unmengen von Pferdeanhängern schon von weitem den Weg. Über 550 Pferde und namhafte Reiter aus ganz Baden-Württemberg und darüber hinaus waren von Donnerstag bis Sonntag zu Gast, 1360 Starts wurden gezählt.
Den Auftakt am Donnerstag bilden traditionell die Reiter aus der Region und vor allem der gesamte Nachwuchs aus dem Karlsruher Raum. Die Jugendlichen – 95 Prozent sind Mädchen – kämpfen um Punkte in der Springpferdprüfung A (für Anfänger), die Jüngsten unter ihnen in der Führzügelklasse, was bedeutet, dass das Pferd noch geführt wird und im „Einfachen Reiter Wettbewerb“.
Um den Reiternachwuchs sei es gut bestellt, zeigt sich der Vorsitzende des Reitvereins, Manfred Balduf, zufrieden. Natürlich habe der Verein – wie mittlerweile jeder – darum zu kämpfen, dass die Jugendlichen bei der Stange bleiben, wenn schulische Anforderungen und konsequentes Training nicht immer leicht vereinbar sind. Denn wie jeder Leistungssport erfordert auch der Turniersport ein gewisses Quantum an Zeit und Ausdauer.
Am Freitag sind die Aktiven der höheren Leistungsklassen an der Reihe. Jetzt sind nicht mehr nur junge Reiter, sondern auch viele junge Pferde unter erfahrenen Reitern zu finden. Einer von ihnen ist Ferdinand Hurrle. Der 56jährige betreibt seit vielen Jahren die Reitanlage des Reitclubs Baden-Baden und veranstaltet selbst hochkarätige, internationale Turniere von höchstem Niveau. Seit Jahren hat es sich zur Aufgabe gemacht, junge Pferde auszubilden. Mit ihnen bereist er deutschlandweit Turniere, darunter auch die ganz großen wie beispielsweise den Mannheimer Maimarkt. Und seit 40 Jahren kommt er nach Weingarten. Mit seinem siebenjährigen Schimmel „Carl“ hat er soeben die Springprüfung „M“ absolviert und nimmt sich nun Zeit für ein Gespräch. „Dieses hier ist eines der schönsten ländlichen Turniere“ sagt er. Hier habe er mit 16 Jahren seine ersten Springprüfungen in den Schwierigkeitsklassen „L“ und „M“ gewonnen. Er lobt den mit etlichen Fuhren Sand runderneuerten Abreiteplatz, die Infrastruktur, einen der besten Rasenplätze und die herzliche Atmosphäre.
Im Rahmen der finanziellen Möglichkeiten des Vereins sei dieses eines der besten Turniere in dieser Größenordnung. Die Platzverhältnisse und die Rahmenbedingungen seien top. An dieser Stelle spricht der Vorsitzende „Ein ganz herzliches Dankeschön an unsere Helfer“. Über 100 Vereinsmitglieder seien mit diesem Turnier beschäftigt, berichtet Balduf, angefangen von den schriftlichen Vorbereitungen im Vorfeld über die Bewirtschaftung bis zur Platzpflege während der vier Tage. Die Gäste danken es ihm.
Wenn das Wetter mitspielt, drängen sich die Besucher auf der Anlage, vor allem am Samstagabend. Denn das Flutlichtspringen in der Schwierigkeitsklasse „S“ ist nicht nur eine sportliche Herausforderung für die professionelleren Reiter, sondern ist schlicht der Publikumsmagnet des Turniers. Die feierliche Eröffnung durch die Jagdhornbläser, eine Schau der Voltigiergruppe und vieles mehr bilden ein ansprechendes Rahmenprogramm. Da zieht es auch viele hierher, die sich nicht ausschließlich für die Vierbeiner auf dem Rasen, sondern auch für die Zweibeiner hinter der Absperrung interessieren und bei einem kühlen Pils den Pferdesport zu einem Partyevent machen. „1300 bis 1400 Starts sind optimal“, sagt Balduf. Viel mehr könnten es nicht sein, dann müssten wir morgens um 7 Uhr anfangen und dann wird es stressig. So ist es noch zu bewältigen und das tut der ganzen gemütlichen Atmosphäre gut.“ Seitenanfang | Seite drucken |