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Bildvortrag Bürger- und Heimatverein

Mittwoch, 01.06.2011

Vortrag des Bürger- und Heimatvereins war ein Riesenerfolg

Weingarten im Wandel der Zeit - Der Vortrag des Bürger- und Heimatvereins in Kooperation mit der Volkshochschule Karlsruhe-Land hat eine riesige Resonanz gefunden und war mittlerweile drei Mal ausverkauft.


Für alle, die keine Karten mehr bekommen haben und immer noch nichts Näheres wissen, stellen wir den Inhalt hier noch einmal vor.

In Weingarten gibt es eine eigene Zeitrechnung: Die Zeit vor und die Zeit nach der Verdolung des Walzbachs. Den offenen Bach, der entlang der Hauptstraße mitten durchs Dorf läuft, zu Gunsten von Autostraße und Parkplätze verschwinden zu lassen, war mehr als eine Baumaßnahme. Es war eine historische Zäsur. Sehr geschickt hat die Referentin Sonja Günther, Vorstandsmitglied im Bürger- und Heimatverein, in paralleler Präsentation Bildmotive aus früherer Zeit, die den Archiven von Erik Hartmann, Anian W. Steinert und August Haidt entstammten, aktuellen eigenen Aufnahmen aus demselben Blickwinkel gegenüber gestellt.

Die Zeitreise startete im Jahr 1969 mit dem Beginn der Verdolung am Bahnübergang - Einstiegsfoto war das Bild des Bahnwärterhäuschens Häcker zu Anfang des 20. Jahrhunderts - und folgte dem Bachlauf aufwärts.

Ende des Jahres war der erste Abschnitt an der Ringstraße fertiggestellt. 1971 erreichte der Fortschritt die Höhe des Schaffer-Anwesens. Eindrucksvoll standen drei Fotos nebeneinander: das älteste zeigte den Bach und den Bachdamm mit einer dichten Pappelallee.

Unüberhörbar waren die Kommentare einiger Zuhörer „so hätten wir es gern wieder“. Auf dem mittleren Bild war der Bach mit Platten verschlossen, die Pappeln verschwunden, Parkplätze entstanden. Die negative Wirkung des Fotos wurde durch die Betontristesse verstärkt, da die Straße zu diesem Zeitpunkt noch in keiner Hinsicht gestaltet war. So war sie aber auf dem dritten Bild von heute: schmuck mit Sträuchern, Fahrradweg und frisch gestrichenen Häusern.

Ein Jahr später war die Verdolung an der Kanalstraße angekommen. Viele kleine Stege führten damals über den Bach und einige größere Brücken. An dieser Stelle war es die „Postbrücke“, denn das Anwesen Kanalstraße 1, jetzt Fotostudio Dämmer, war das kaiserliche Postamt aus dem Jahr 1911. Die Brücke wurde 1973 abgerissen. Auch Fotos der Bauarbeiten am trockengelegten Bachbett, während das Wasser in eine Röhre umgeleitet wurde, fehlten nicht.

Der letzte Bauabschnitt reichte bis zum heute verkehrsberuhigten Bereich ab der Hartmannsbrücke. Es war ein großer Verdienst des Bürger- und Heimatvereins, den Gemeinderat 1977 zu dem Beschluss zu bewegen, dass der Bach ab dort in der Ortsmitte offen blieb.

Ein Blick vom Kirchberg auf das Baugebiet „Richtäcker“, Fotos von der „Setz“ damals und heute, vom alten Tabakschuppen, der abgerissen wurde, und weitere historische Einzelheiten komplettierten den kompakten und kurzweiligen, für Einheimische und Zugezogene gleichermaßen interessanten Vortrag.

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