Gemeindenachrichten Montag, 30.05.2011 „Laufen, walken, geben – für die Chance auf Leben“Zum 6. Mal fällt der Startschuss für den Weingartener Lebenslauf. Pünktlich zündet der Schützenverein einen lauten Böller, das Feuerwehrauto rückt an und ein nicht enden wollender Pulk von Läufern setzt sich in Bewegung.
Allen vorweg laufen die Kinder des Kindergartens „Waldbrücke“. Eben noch haben sie auf der Bühne mit den Wartenden ein „fachmännisches“ Aufwärmprogramm absolviert. Aber sie sollen nicht lange an der Spitze sein, gleich nach dem Start werden sie rechts und links von Läufern überholt.
Die Professionelleren unter denen suchen ihr Tempo und ihren Rhythmus, die anderen Läufer lassen die 1,3-Kilometer-Distanz gemächlich angehen. Es geht ja um nichts. Nicht um Zeit, nicht um Punkte, nicht um Ehre. Es gilt, mitzulaufen, um durch gelaufene Runden Geld zu erbringen, das dem Verein B.L.u.T. helfen soll, seine vielen Aktionen zugunsten erkrankter Menschen zu finanzieren. „Das ist der sinnvollste Zweck, den man sich denken kann, das ist für jeden einsichtig“ sagt Hugo Hauswirth. Er ist als „Nordic Walker“ dabei, seit er diesen Sport vor Jahren für sich entdeckt hat. Gemeindeförster Michael Schmitt läuft mit, aber ein konkretes Ziel hat er sich nicht gesetzt. „Je nach Wetterlage vielleicht zehn Runden“ meint er.
Mittlerweile sind die Kindergartenkinder von der Hauptstrecke abgebogen, denn für Kinder gibt es eine eigene Kinderrunde, in die auch ein paar Spiele eingebaut sind. Jörg Kreuzinger vom Turn- und Sportverein hat das Mikrofon in der Hand und gibt gute Ratschläge. „Nicht zu schnell“ ruft er einer Gruppe Jugendlicher zu, „Zeit einteilen, sonst geht bald die Puste aus“. Er kennt viele, ruft sie mit Namen, gibt ein aufmunterndes Wort, frotzelt auch mal und hat nicht wenig Anteil an der allgemein guten Stimmung.
„Haben wir ein Glück mit dem Wetter!“ freut sich Elke Jordan. „Glaubst du, es sind mehr Läufer am Start als letztes Jahr?“ fragt sie einen Bekannten. „Eher nicht“ meint dieser. „Nach dem guten Ergebnis vom letzten Jahr könnte auch eine Sättigung erreicht sein.“ „In 2010 haben über 1000 Teilnehmer insgesamt 6500 Runden zurückgelegt“ verkündet Jörg Kreuzinger. „Sehr schwer zu sagen, ob es dieses Mal mehr sind.“ „Über 700 Starter mit dem ersten Schwung“ hat Michael Kinsch gezählt, „und es melden ja noch welche nach“. „Wir hoffen, dass wir die größte Gruppe stellen“ sagt Beatrix Maul von der Neuapostolischen Kirche.
Die Schulleitung der Turmbergschule läuft mit, der Europaabgeordnete Daniel Caspary, Bürgermeister Eric Bänziger, Gemeinderäte, viele Vereine. Die meisten haben sich in einer Gruppe organisiert, deren Farben ein buntes Bild ergeben.
Insgesamt rund 130 Helfer haben die drei Organisationen „B.L.u.T.“, Rotes Kreuz und Feuerwehr gestellt. „Ohne diese beiden könnte unser Verein allein das niemals stemmen“, sagt die Vorsitzende von B.L.u.T. dankbar. Zu „stemmen“ gibt es: Anmeldungen entgegennehmen, gelaufene Runden abstempeln, die Läufer unterwegs mit Wasser versorgen, am Zieleinlauf Obstschnitze parat halten und mehr. Sogar einen kleinen Merchandising-Stand gibt es mittlerweile. Tassen, Kappen, rote T-Shirts – und lila T-Shirts. „Das sind „Bekenner-Shirts“ erklärt Elke Jordan. „Die tragen Menschen, die ihren Krebs in den Griff bekommen haben und den anderen Mut machen wollen: Man kann immer noch Spaß am Leben haben“.
Übrigens: Das zahlenmäßig stärkste Team beim Lebenslauf war laut B.L.u.T. wie im Vorjahr der TSV Weingarten. Seitenanfang | Seite drucken |