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Waldbegehung 2010

Waldbegehung des Gemeinderates am 26.06.2010

Weingarten wird in seiner Waldwirtschaft auch in Zukunft bei dem Konzept eines gesunden Mischbestandes bleiben. Bei der alljährlichen Waldbegehung des Gemeinderates – erstmals unter Beteiligung der Öffentlichkeit - informierten Revierförster Michael Schmitt und sein Fachvorgesetzter im Landratsamt, Bernd Schneble, sowohl über den aktuellen Bestand als auch über zukunftsgerichtete Vorhaben. Die Begehung konzentrierte sich auf sechs Waldbilder, alle im Distrikt Höheforst.

Nach wie vor ist die Buche im Weingartener Wald der „Brot-und-Butter-Baum“. War allerdings vor Jahren noch erste Qualität gefragt und ein starker und hochpreisiger Absatz nach China zu verzeichnen, so rückt seit einiger Zeit mehr und mehr die Nachfrage nach Industrieholz und Energieholz in den Vordergrund. Dennoch soll keine Umstellung auf kurzumtriebige Sorten erfolgen, sondern „die Buchenwald-wirtschaft, angemischt mit ein bisschen Nadelholz“ beibehalten werden, erklärte Schneble. Er empfehle, Einseitigkeit zu vermeiden, denn Weingarten sei mit der bisherigen Mischwirtschaft gut gefahren.

Förster Schmitt setzt große Stücke auf die Walnuss als Ergänzungsbaum anstelle von Kirsche. Kirsche werde zur Zeit viel angepflanzt, begründet er seine Meinung, Walnuss sei dagegen eher selten und darum wertbringender. Auf einer aufgrund schlechter Baumqualität geräumten Fläche präsentierte er eine neu angelegte Kultur von Walnuss, daneben zeigte er den Räten auch einzelne Prachtexemplare, astfrei bis in acht Meter Höhe und kerzengerade. Solche Einzelbäume seien wertvoll und darum besonders zu pflegen.

In einem eingezäunten Areal wies Schmitt auf eine Eichenverjüngung hin, die er angelegt habe, weil die Forsteinrichtung eine Bestandserhöhung an Eichen von derzeit insgesamt zwölf Prozent auf rund 15 Prozent vorsehe. Zwei alte Eichen waren mit „S“ versehen, was „Spechtbaum“ bedeute. Stets um Anschaulichkeit bemüht, präsentierte der Revierförster einen aufgesägten Baumabschnitt, wo deutlich die tropfenförmige Spechthöhle zu erkennen war. Spechthöhlen seien ökologisch sehr wertvoll, erklärte er, denn sie dienen einer ganzen Reihe von nachfolgenden Tieren als Wohnraum. Das immer wieder vom Naturschutz geforderte Stehenlassen von Totholz handhabt Schmitt so, dass er eine Kartierung begonnen hat, wo sich wieviel befindet und was stehenbleiben kann und was nicht. Schneble wies auf die erhebliche Unfallgefahr von einzeln stehenden Totholzbäumen hin und erläuterte ein landesweites Modell, nach welchem Totholz-Gruppen gebildet werden sollten.

Die beiden letzten Bilder im Weingartener Wald galten dem Sturmschaden durch den Orkan „Xynthia“, der Ende Februar gewütet hatte und den anstehenden Reparaturarbeiten am Grillplatz.


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