„Haus Kunterbunt“ wurde als „Haus der kleinen Forscher“ zertifiziert

Anerkennung der kindgerechten Hinführung an die MINT-Felder

Eine brennende Kerze steht unter einer mit Wasser gefüllten Pappschachtel. Was passiert? Das Experiment war nur eines von einigen anschaulichen Präsentationen, die es gestern in den Räumen von „Haus Kunterbunt“, der Weingartner Schulkindbetreuung, zu bestaunen gab. Denn es galt, die Zertifizierung der Einrichtung als „Haus der kleinen Forscher“ gebührend zu feiern. „Haus der kleinen Forscher“ nennt sich eine Stiftung mit Sitz in Berlin, die in finanzieller Kooperation mit Netzwerkpartnern in ganz Deutschland das Ziel verfolgt, Kinder vom Kindergartenalter an die sogenannten „MINT“-Bereiche (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) heranzuführen.

Die Vertreterin der Stiftung, Jutta Mpock, hat den Weingartner Hort besucht und die Urkunde überbracht. Das „Haus Kunterbunt“ erhalte das Zertifikat als erste Einrichtung in ganz Baden-Württemberg, die als Hort zertifiziert wurde, berichtete sie. Bisher seien diese nur an Kindergärten und –tagesstätten gegangen. Wie kam es dazu? „Vor längerer Zeit haben wir beschlossen, dass jede aus unserem Team ihre Interessen und Fähigkeiten als Schwerpunkte in die Betreuung einbringen sollte“, berichtete die Leiterin des Horts Gabriele Fornoff aus den Anfängen. Ihre Kollegin, Birgit Karrer, die ein abgeschlossenes Chemiestudium habe, sei die erste gewesen, die sich für „Forschen und Experimentieren“ ausgesprochen hatte. „Ich habe mit ganz einfachen Experimenten mit Wasser angefangen“, berichtet Karrer den erwartungsvollen Eltern, die neben Bürgermeister Eric Bänziger und einigen Gemeinderäten anwesend waren. „Wir haben untersucht, was schwimmt und was nicht und warum nicht.“ Dann habe sie sich über die Stiftung beraten lassen und mehrere Fortbildungen am KIT wahrgenommen. Habe sie zu Anfang den Kindern noch viel Input gegeben, so hätten diese nach und nach zunehmend Interesse entwickelt und selbst zu experimentieren begonnen. Dann habe die Kollegin Veronika Blauth eine Fortbildung zum Thema Farben besucht. Schließlich war das Erzieherinnenteam so vom Forschungsgeist durchdrungen, dass der Entschluss feststand: „Wir lassen uns zertifizieren.“ Den Titel zu bekommen sei nicht ganz einfach, erklärte Jutta Mpock. Dazu gehöre eine Konzeption zu erarbeiten, die Projekte über einen längeren Zeitraum zu dokumentieren und der Transfer in den Alltag. Das habe hier in Weingarten hervorragend geklappt. Bürgermeister Bänziger lobte das Team und freute sich über die Auszeichnung. „Unsere Erzieherinnen machen mehr als normal“, sagte er anerkennend. Er finde es sehr gut, dass den Kindern Naturwissenschaften auf diese Weise näher gebracht werden. Dann stürzten sich Eltern und Kinder gespannt auf die aufgebauten Versuche. „Die Kinder fragen zu lassen, ist der richtige Weg“, sagte Fornoff. „Nicht Wissen überstülpen, sondern Neugierde wecken.“

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