Der Posaunenchor begeisterte mit dem Winterkonzert

Eine Zeitreise bis ins frühe Barock und wieder zurück war das Thema des Winterkonzerts, mit dem der Posaunenchor unter Leitung von Bernd Breitenstein seine zahlreichen Zuhörer in der Auferstehungskirche erfreute und begeisterte. Zum Auftakt war ein feierlicher Marsch von Thomas Riegler, einem bayerischen Kirchenkantor, zu hören, darauf folgten zwei festliche Eröffnungsstücke: „Intrade“ von Christoph Georgii und „Intro festivo“ von Ralf Grössler, zwei zeitgenössische Komponisten. Andreas Fröhlich moderierte den Abend unterhaltsam und informativ mit interessanten Details der jeweiligen Epochen und dem Leben der Komponisten. 

In diesem Sinne berichtete er, es sei eine Eigenheit Grösslers, traditionelle Kirchenmusik mit Elementen von Swing und Gospel zu verbinden, was in dieser rhythmisch sehr anspruchsvollen Komposition farbig und eindrücklich zu erkennen war. Schon erreichte das Konzert den ersten Höhepunkt: Die Soloposaunistin Miriam Raspe, die zurzeit an der Musikhochschule Karlsruhe ihr Masterstudium im Fach Posaune abschließt,  bereicherte das Konzert mit der „Domine, Dona Nobis Pacem“ des neuzeitlichen ungarischen Komponisten  Frigyes Hidas und der „Sonata I“ von Johanna Ernst Galliard aus dem 17. Jahrhundert. Oliver Eisenmann, ebenfalls ein bewährter Mann bei diesen Konzerten, begleitete sie zuerst an der Orgel, dann am Klavier.  Der samtweiche Klang und der ausdrucksstarke, innige Vortrag des Duos machten diese Musikstücke zu prägenden Elementen des Abends. Mit dem Orgelstück „Ein Siegesgesang Israels“ von Sigfried Karg-Elert im Stil von Georg Friedrich Händel wurden die Zuhörer in die Pracht des Barock der nachfolgenden Stücke eingestimmt. Die Werke von Johann Pachelbel  - „Singet dem Herrn“ - und Heinrich Schütz „Herrn, wenn ich nur dich habe“ erklangen in der Form eines Doppelchores.  Dazu teilte sich der Bläserchor in zwei vierstimmige Chöre, die einander räumlich getrennt zuspielten. Durch diese Raumausnutzung in verschiedenen Positionen entstand eine sehr reizvolle und abwechslungsreiche Klangfülle. Doppelchöre hätten ihren Ursprung in der venezianischen Mehrchörigkeit, berichtete Fröhlich. Sie sei in den großen Kirchen Italiens entstanden, beispielsweise im Markusdom in Venedig. Hier in Weingarten genüge es,  wenn die Bläser in zwei Reihen einander gegenüber sitzen, fügte er augenzwinkernd hinzu. Ein weiteres Mal war dieses Arrangement in zwei Werken von Mendelssohn-Bartholdy zu hören: „Heilig ist Gott, der Herr“ und „Ehre sei Gott in der Höhe“. Stücke dieser Art, die Gott loben und ehren, sind die Kernkompetenz eines Posaunenchores des CVJM und das Engagement der Weingartner Bläser und ihr strahlendes und emotional-ausdrucksvolles Spiel sprachen für sich. Nach einem energiegeladenen Abstecher in die moderne Musik mit „Cross-over-Pianisten“ David Hicken und dem Bläserkomponisten Ingo Luis endete das Konzert mit dem bewegenden

Abendlied „Bleib bei mir, Herr“, von allen Interpreten gemeinsam vorgetragen. Der Eintritt war frei, aber die Besucher wurden gebeten, zu spenden. Die Spende verwendet der CVJM zur Unterstützung einer Schule für syrische Flüchtlinge in Gaziantep (Türkei).

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