Gedächtnistrainer Gregor Staub gab Einblick in sein „megamemory®-Gedächtnistraining“

Das Lernen lernen mit Lerntipps vom Profi!

140 Vokabeln in einer Stunde lernen? Wie soll das gehen? Die Schülerinnen und Schüler der Weingartner Turmbergschule wissen es jetzt. Denn die Schulleitung hat ihnen einen ganz besonderen Unterrichtstag verschafft: sie haben mit dem Gedächtnisprofi Gregor Staub in der Walzbachhalle einen „megamemory®-Tag“ erlebt und „Die Magie des perfekten Lernens“ kennengelernt.

Das Ergebnis: Lernen ist Technik, Trick und Strategie. Die erste Strategie: Namen oder Zahlen mit Bildern und Begriffen zu verknüpfen. Der Lernende verbindet das zu Lernende mit etwas Bekanntem. Will er beispielsweise Einkaufen gehen und von 20 Teilen keines vergessen, so lernt er nicht etwa eine Liste auswendig, sondern assoziiert beispielsweise am eigenen Körper: Das Hemd ist weiß – wie Mehl. In der Gesäßtasche wird leicht etwas zerdrückt - Tomate. Zahlen verbindet er mit plausiblen Bildern: eins = Bau, zwei = Schalter, drei = Hocker mit drei Beinen, vier= Auto mit vier Rädern und so weiter. Die Jungen und Mädchen der dritten bis sechsten Klassen, die am Morgen als erste in den Genuss seines Vortrags kamen, verinnerlichten dieses Prinzip im Nu. Dieses Grundprinzip ist beliebig erweiterbar, wichtig ist, dass die Assoziation eine gewisse Logik und Plausibilität birgt. Ein zweites Element des Lernens sei unbedingte Konzentration auf nur eine Sache, sagte der Meister. Den Arm rechtsherum drehen und gleichzeitig das Bein nach links funktioniert nicht. Vor jeder neuen Übung hieß es: gerade sitzen, Füße auf den Boden, keiner spricht. Das lief wie geschmiert. Und warum? Weil die Kinder hoch motiviert waren. So macht Lernen Spaß. Dasselbe Prinzip der Assoziation exerzierte der Schweizer Pädagoge an fremdsprachigen Wörtern und im Handumdrehen hatten seine Zuhörer eine Handvoll Vokabeln auf thailändisch erlernt. Für Nachhaltigkeit müssen sie selbst sorgen, nämlich die Assoziation einprägen, „memorieren“. „Eine Mutter hat Gregor Staub schon einmal erlebt und hat uns den Vortrag empfohlen“, berichtete Konrektor Jürgen Holderer. Am Abend werde er vor den Eltern sprechen, aber seine Trainingsmethode sei nicht kostenlos. Wer sich näher damit beschäftigen wolle, könne über das Internet mit ihm Kontakt aufnehmen und erhalte einen Code, der ihm Zugang zu den kostenpflichtigen Trainingseinheiten ermögliche. In der Walzbachhalle ging es derweil mit „Erdkunde“ weiter: „Ein Bauer steigt auf einen Berg zum Baden“, begann eine – möchte man glauben – Nonsensgeschichte. In Wahrheit verbargen sich dahinter Assoziationen zu den 16 Bundesländern in der Reihenfolge der Landkarte. „Unser Gehirn kann mit Geschichten umgehen“ erklärt Staub, „wogegen lediglich Namen ohne Assoziation schwer zu merken sind“. Diese Erfahrung hat sich jeder schon mal gemacht.

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