Dreikönigskonzert des Sinfonischen Jugendblasorchesters Karlsruhe

Das Sinfonische Jugendblasorchester Karlsruhe präsentiert unter der Leitung von Stefan Kollmann sinfonische Blasmusik auf höchstem Niveau. Seit mehr als 40 Jahren bietet es talentierten junen Musikern, die Möglichkeit, ihr Können im Orchesterspiel auszubauen und so anspruchsvolle Literatur zur Aufführung zu bringen. Das Auswahlorchester besteht derzeit aus rund 70 hochtalentierten und hochmotivierten jungen Männern und Frauen zwischen 14 und 25 Jahren. Voraussetzung, mitspielen zu dürfen, ist ein bestandenes Vorspiel. Der Präsident des Blasmusikverbands, Michael Weber, der beim Dreikönigskonzert die Begrüßung übernommen hatte - auch Weingartens Bürgermeister Eric Bänziger war unter den Zuhörern - berichtete von außergewöhnlicher Spielfreude und Kameradschaft innerhalb des Teams, die sich auf die musikalische Qualität positiv auswirke.

Das zeigte sich auch in einem wunderbaren Erfolg, denn das Orchester hat beim Zweiten Internationalen Jugendblasorchesterwettbewerb in Linz einen fantastischen Auftritt hingelegt und den ersten Preis gewonnen. Zitate verschiedener Juroren belegten beispielhaft die eindrucksvolle Leistung mit der das Orchester diesen ersten Platz erreicht hatte.

Das Konzert war einmal mehr eine Wucht. Unter dem Titel „Atmosphären“ kamen fünf Kompositionen zur Aufführung, die an Vielseitigkeit, Klangdichte und emotionaler Stimmung nichts zu wünschen übrig ließen. Es begann mit der kurzweiligen „Centennial Celebration Ouverture“ von James Barnes.  Darauf folgte die „Symphonische Metamorphose“ von Themen aus Camille Saint-Saens dritter Sinfonie von Philip Sparke,  das auch im Wettbewerb zu Gehör gebracht wurde. Es war ein besonderes Lob des Komponisten an die Musiker, dass ihre Interpretation seines Werks ihm am besten gefallen habe.   Ein an Klangfarbe nicht zu überbietender Spaß war die Aufführung der Dutch Masters Suite von Johan de Meji. Hier werden drei Gemälde aus dem Reichsmuseum in Amsterdam musikalisch interpretiert und wurden vom Orchester in Bestlaune und für das Publikum gut nachvollziehbar gespielt. Es folgte die „Lochnagar Suite“ des englischen Komponisten Nigel Hess und unbestrittener emotionaler Höhepunkt war Guido Rennerts Komposition „Hamburg – Das Tor zur Welt“. Bemerkenswert war die Anwesenheit des Komponisten im Konzert und er erläuterte seine Überlegungen zu diesem Werk. Es geht darum, die Geschichte der Stadt von der Hansezeit bis in die Gegenwart musikalisch darzustellen. Es beginnt mit der Hinrichtung des Piraten Klaus Störtebekers 1401. Besondere Schwierigkeit habe ihm die Darstellung der Bombardierung im Sommer 1943 bereitet, berichtet der Komponist. Gelöst hat er die Aufgabe durch einen bewegenden und Gänsehaut erzeugenden tieftraurigen Klageton, beginnend mit 12 Glockenschlägen des Hamburger „Michels“, die zum Gedenken rufen. Die Begeisterung des Publikums kannte keine Grenzen mehr: Drei Zugaben sprachen für sich.

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