Weitere Amphibienschutzeinrichtungen an der B 3 - Auch auf Weingartener Gemarkung wird gebaut

Gisela Splett kommt gern zu Ortsterminen. Zum vierten Mal seit 2008 war die Staatssekretärin der Grünen im Landesverkehrsministerium in Sachen „Amphibienschutz an der B 3“ unterwegs, aktuell am heutigen Montagmorgen beim Hofgut Werrabronn. Es ging um den Spatenstich zum Bau der Erweiterung der über Jahrzehnte gewachsenen Amphibienleiteinrichtungen und der jetzt damit verbundenen Fahrbahndeckensanierung. „Die Politik der Landesregierung ist eine nachhaltige Mobilität, das bedeutet, die vorhandene Infrastruktur zu erhalten und zu optimieren und den Artenschutz zu berücksichtigen. Beide Aspekte werden hier erfüllt“, begann Gisela Splett beim Ortstermin. Der Bund habe die Mittel für Straßenerhalt verdoppelt, rund 400 Maßnahmen in Bund und Land stehen an.

Lange Zeit seien die Auswirkungen der Zerschneidung von Lebensräumen durch den Straßenbau nicht berücksichtigt worden. Jetzt werde an einem Landesprogramm für Wiedervernetzung gearbeitet, das gelte insbesondere für Amphibien. Im Weingartner Moor sei die größte Springfroschpopulation des Landes beheimatet, die gelte es zu schützen. Jürgen Genthner vom Regierungspräsidium Karlsruhe berichtete, für beide Maßnahmen – Fahrbahndeckensanierung und Erweiterung der Schutzeinrichtung – seien rund 900 000 Euro bereit gestellt. 780.000 davon trage der Bund, 120.000 übernehmen die Verkehrsbetriebe Karlsruhe als eine noch ausstehende Ausgleichsmaßnahme. Auf einer Strecke von 750 Metern auf Gemarkung Weingarten und 650 Metern auf Gemarkung Grötzingen werden Lücken in den bestehenden Leiteinrichtungen geschlossen. In Richtung Karlsruhe werden sie erweitert sowie insgesamt zehn weitere Durchlässe angelegt, denn die Abstände der bestehenden Durchlässe in der Pilotanlage, die 1982 eingerichtet wurde, seien mit 150 Meter zu groß. Fünf Durchlässe sollen als Doppelröhren im Spülrohrverfahren durchgepresst werden, fünf weitere seien Rechtecktunnel aus Stahlbeton. Für diesen Einbau sei für einige Tage eine Vollsperrung der Bundesstraße erforderlich. Klaus Stapf, Bürgermeister von Karlsruhe, erklärte, Karlsruhe sei durch das Weingartner Moor und den Grötzinger Bruchwald für den Artenschutz von hoher Bedeutung als Korridor, Querungsraum und Vernetzungsraum. Die jährliche Wanderungsquote betrage, so der Kreisökologe Hans-Martin Flinspach, mindestens 100 000 Tiere, darum sei die Einrichtung dringend notwendig und lohnend. „Wenn der Spatenstich erst mal getan ist, gibt es kein Zurück mehr“, schmunzelte Genthner und griff zum Werkzeug. Baubeginn sei, ergänzte Henning Keller vom Regierungspräsidium gegenüber den BNN, im Mai. Die Vollsperrung sei vom Mittwoch dem 13. Mai abends bis Montag den 18. Mai morgens vorgesehen.

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