Waldgruppen und mehr bei der AGNUS

Ein Samstagmorgen am Weingartener Baggersee. Am Waldrand treffen sich ein gutes Dutzend junge Mütter und vor allem Väter, denn heute ist „Wurzelkinder“-Tag. Die „Wurzelkinder“ sind eine der drei Waldgruppen, die unter der neuen Leitung der AGNUS...

...(Arbeitsgemeinschaft für Natur und Umweltschutz) ins Leben gerufen wurden. Mit dem Vorstandswechsel war ein Generationswechsel verbunden und zahlreiche neue aktive Mitglieder wurden gewonnen, vor allem Familien mit Kindern im Kleinkindalter, die ihre Kinder Natur- und Umweltschutz näherbringen wollen. Jeden ersten Montag im Monat treffen sich die Aktiven, um das Programm zu besprechen und neue Ziele festzulegen.

Der derzeitige Schwerpunkt ist die Arbeit mit den Waldgruppen. Neben den „Wurzelkindern“ gibt es noch die „Wurzelkrabbler“ für ein- bis zweijährige Kinder und eine Gruppe für Schulkinder. „Die Kinder wachsen nicht aus ihrer Altersgruppe heraus, sondern die Gruppen entwickeln sich mit den Kindern“ sagt die Vorsitzende Denise Feketitsch. „Für die Drei- bis Vierjährigen sehen wir die Waldpädagogik als das geeignete Mittel, Interesse an der Natur zu wecken, Kinder mit ihr vertraut zu machen und dem Konsumdenken entgegenzuwirken“ fährt sie fort.

So stehen auch sinnliche Erfahrungen und kleine Geschichten, die Kinder in diesem Alter emotional ansprechen, im Vordergrund. Die Themen orientieren sich in diesem Alter noch am Jahreskreislauf, sollen sich aber im Lauf der Zeit wandeln. Neben dem Wald sollen auch andere Biotope erkundet und zunehmend mehr Natur- und Umweltschutzthemen angegangen werden Unterstützt wird Denise Feketitsch von Mona Meier und Silke Wagner, drei Frauen mit entsprechender Fachkunde und pädagogischer Vorbildung.

Nach einem kurzen Begrüßungslied gehen die „Wurzelkinder“ mit ihren Eltern im Gänsemarsch in den Wald hinein zum „Waldsofa“: Auf einer Lichtung sind Äste und Zweige zu einem großen Kreis gestapelt, ein idealer Sammelpunkt für Kinder, um zu erzählen, zu spielen oder zu frühstücken. Schon allein kleine Tiere zu betrachten, Blätter und Moos zu fühlen, den Wald zu riechen, ist für die Kinder ein staunenswertes Erlebnis.

Einem zielorientierten Konzept folgend, das psychomotorische, sprachliche, musikalische und naturnahe Elemente beinhaltet, gestaltet Mona Meier federführend den Vormittag. Sie hat das Maskottchen des Vereins, die Schnecke, als Handpuppe und begrüßt die Kinder. Jedes einzelne darf die Schnecke füttern und bekommt einen zarten Nasenstubs.

Die Schnecke hat eine wichtige Funktion in der Struktur des Vormittags. Sie markiert Beginn und Ende, sie erklärt die Regeln und sie gibt das Thema des Tages. An diesem Samstag hieß es: Häuschen für die „Kicherzwerge“, die den Wald bewohnen, basteln und ausstatten. Aus zusammengesteckten Ästchen wird ein Dach, weiches Moos eignet sich für ein Kissen und sieht die Schale einer Buchecker nicht aus wie ein Zwergenklo?

Im Nu vergeht die Zeit. Nach einem gemeinsamen Frühstück aus den mitgebrachten Rucksäcken dürfen die Kinder das spielen, was sie möchten oder sich an einer gemeinsamen Aufgabe mit ihren Eltern beteiligen bis zum gemeinsamen Nachhauseweg.

Im Weiteren befasst sich die AGNUS mit dem Erhalt und der Schaffung und Verbesserung von Lebensgrundlagen für eine artenreiche Tier- und Pflanzenwelt und pflegt dazu das Vereinsgrundstück und den ökologischen Garten auf dem Grohmen. Dort gibt es teilweise schon Anlagen wie Trockenmauer, Totholzstapel, Wildbienenwand und Streuobstwiese, die gepflegt und erhalten sein wollen. Darüber hinaus ist eine gezielte Öffentlichkeitsarbeit geplant, beispielsweise Infostände beim Verkaufsoffenen Sonntag und auf dem Weihnachtsmarkt oder die Weiterführung der Korksammlung.

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